Mit dem Kochlöffel ein Stück Lebensqualität zurückerobern

Die Krebsliga Schweiz hat eine Aktion für Krebsbetroffene ins Leben gerufen, die durch den Magen geht. Mit dabei sind auch ein Bündner Sternekoch und eine Bündner Betroffene.

 

Der Sternekoch Mitja Birlo (Restaurant Silver, Vals) kochte bei dem Projekt «Recipes rewritten» für Memory Gort aus Cazis.
Der Sternekoch Mitja Birlo (Restaurant Silver, Vals) kochte bei dem Projekt «Recipes rewritten» für Memory Gort aus Cazis.

In der Schweiz leben rund 370’000 Menschen mit einer Krebsdiagnose und deren Folgen. Das Leben der Betroffenen wie auch das ihrer Familien und Freunde wird durch die Diagnose oft auf den Kopf gestellt – auf einmal gibt es da Hürden, wo es bisher keine gab, Gewohntes wird zu Ungewohntem und umgekehrt. 

 

So kann es beispielsweise durch die Erkrankung oder eine damit verbundene Therapie dazu kommen, dass sich der Appetit und Geschmackssinn der Betroffenen verändert. Plötzlich bereitet Essen keine Freude mehr, sondern wird zu einer zusätzlichen Herausforderung im bereits herausfordernden Alltag. Dieses schwierige Thema ist die Krebsliga Schweiz mit der besonderen Aktion «Recipes rewritten» angegangen. Die Idee dahinter ist so simpel wie komplex: Zwei Profiköche und eine Profiköchin passten ihre «Signature-Rezepte» geschmacklich an die Bedürfnissee von Menschen mit einer Krebserkrankung an. 

 

Erlebnis in Graubünden

Am Projekt teilgenommen hat auch Memory Gort aus Cazis. Sie erhielt vor etwa drei Jahren die Diagnose Brustkrebs. «Ich bin den ganzen Weg von der Chemotherapie über die Bestrahlung bis hin zur Antihormontherapie gegangen. Mir geht es jetzt aber gut», erzählt Gort. Den veränderten Geschmackssinn kennt sie aber nur zu gut. Dinge, die ihr früher geschmeckt haben, gehören heute nicht mehr zu ihren Favoriten. «Mein Geschmack wurde total verfälscht. Gewisse Dinge rochen auf einmal viel zu stark, andere schmeckte ich gar nicht mehr», erklärt die 45-Jährige. Als sie für das Kochprojekt von der Krebsliga Schweiz angefragt wurde, überlegte sie nicht lange. «Ich fand das super.»

Die Bündnerin wurde von dem 36-jährigen Sternekoch Mitja Birlo bekocht, welcher Chefkoch des «7132 Silver» in Vals ist. Auch er war sofort von der Idee angetan. «Ich fand die Aktion von Anfang an eine sehr gute Sache», betont Birlo.  Nebst ihm standen der Sternekoch Romain Paillereau und die Nachwuchsköchin Stéphanie Zosso für die Aktion kostenlos hinter dem Herd. Die Profis stellten ihr Know-how und ihre Zeit gratis zur Verfügung und bekochten die Betroffenen an ihren jeweiligen Arbeitsorten, wie Stefanie de Borba, Medienverantwortliche der Krebsliga Schweiz, erklärt.

 

Das Projekt wurde in drei verschiedene Etappen aufgeteilt. In einem ersten Schritt wurde laut Borba die Lebensmittelwissenschaftlerin Marianne Botta beigezogen. Diese führte Gespräche mit den Betroffenen, um herauszufinden, wo die geschmacklichen Herausforderungen liegen. «Man muss wissen, dass die veränderten Geschmäcker sehr individuell sein können, jede und jeder hat ein anderes Empfinden.» Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass sich das Geschmacksempfinden einer Person laufend verändert, wie Borba weiter erklärt. Deshalb war es von Bedeutung, dass eine Fachperson das Projekt wissenschaftlich begleitet. «Unsere Lebensmittelwissenschaftlerin hat nach den Gesprächen ein Briefing für die Köche erstellt.»

 

«Das Briefing war sehr wertvoll gewesen», erklärt der Sternekoch Birlo. «Es war eine ganze Reihe von Sachen, die wir zu beachten hatten. Erst mal haben wir geschluckt, denn wir kannten die Thematik nicht.» So musste der Profi alles, was die Schleimhäute reizt, wie Säure oder Schärfe, aus dem Menü verbannen. «Das war eine spannende Herausforderung für mich. Meine Idee von einem guten Essen so zu verändern, dass es für die Betroffene passt.»

 

Intensives Ausprobieren

In einem zweiten Schritt kam es dann zu einem Treffen zwischen dem jeweiligen Koch oder der Köchin und der betroffenen Person. Im Rahmen eines «Tasting» hatten die Betroffenen die Möglichkeit, verschiedene Dinge zu probieren und ihr Geschmacksempfinden zu beschreiben. «Wir konnten die Hauptkomponenten des Menüs wie Saucen testen. Es gab dabei auch Sachen, bei denen ich zuvor zu 100 Prozent sicher war, dass sie in Ordnung sein werden, es dann aber nicht waren», erklärt Birlo. Auch für Gort war es ein spannendes Ausprobieren, wie sie sagt. Die Caznerin beschreibt das «Tasting» als eine Art Geschmacksexplosion. «Es gab einerseits Sachen, die ich überhaupt nicht vertrug, und anderseits Sachen, die ich toll fand. Den ganzen Nachmittag haben wir uns sozusagen durch das Menü getastet, welches dann nach meinen Bedürfnissen für das Dinner zusammengestellt wurde.»

 

Mitja Birlos «Signature-Rezept»: Gegrillter Mini-Lattich mit Oliventapenade.
Mitja Birlos «Signature-Rezept»: Gegrillter Mini-Lattich mit Oliventapenade.

Birlo kochte für Gort und ihre Gäste gegrillten Mini-Lattich mit Oliventapenade und traf damit voll ins Schwarze. «Für mich war das Dinner sensationell», erinnert sich Gort. Die Geschmäcker waren ein komplett neues Erlebnis für sie. Früher hat sie selbst gerne und viel gekocht, durch die Chemotherapie verlor sie jedoch teilweise die Freude am Kochen und am Essen. «Wenn einem nichts mehr richtig schmeckt und man nicht mehr weiss, was man essen soll, gleichzeitig aber auch weiss, man muss für die Therapie essen, um bei Kräften zu bleiben, dann ist das extrem schwierig.»

 

Sozialer Aspekt genauso wichtig

Nebst dem Gaumenschmaus stand bei dem Dinnerabend auch der soziale Aspekt im Fokus. Wie Gort berichtet, sprach sie an diesem Abend mit ihren Gästen bewusst über ihr Geschmacksempfinden. «Mein Freundeskreis weiss zwar schon, dass ich teilweise Mühe habe. Normalerweise wird aber einfach zusammen gegessen, ohne gross darüber zu sprechen. Bei dem Dinner haben wir bewusst über das Thema geredet und uns gegenseitig gefragt, wie uns dies und jenes schmeckt.» Seit die Krebsliga Schweiz das Video des Projekts aufgeschaltet hat, erreichen Gort zudem haufenweise positive Rückmeldungen.

 

«Viele Personen kommen persönlich auf mich zu, um über die ganze Thematik zu sprechen», fährt die Caznerin fort. Dass die Aktion so viele Menschen erreicht und aufklärt, freut sie sehr. «Wenn man selber die Diagnose bekommt, ist man so hilflos. Es gibt einfach tausend andere Baustellen in dem Moment, als dass man sich über das Essen Gedanken macht», erklärt Gort und fügt an: «Ich wäre im Nachhinein aber über Hilfe zu diesem Thema froh gewesen. Ich finde, es ist ein Thema, das man noch mehr in den Vordergrund rücken sollte.»

 

Gemäss Borba von der Krebsliga Schweiz ist diese Aufklärung das Ziel der Aktion. «Wir wollen zum einen erreichen, dass Essen für die Betroffenen wieder mehr ist, als nur Nahrung zu sich zu nehmen, und sie es wieder lustvoller sehen», sagt die Medienverantwortliche. Zum anderen soll die Aktion zeigen, dass Krebs und die damit verbundenen Herausforderungen kein Tabuthema sind. «Die gesammelten Erkenntnisse sollen auch längerfristig Krebsbetroffenen zugutekommen.» Unter anderem wurden schon verschiedene Tipps, Tricks und die angepassten Rezepte der Köche auf der Website der Krebsliga Schweiz für alle Interessierten aufgeschaltet. Es bleibe weiterhin ein Anliegen, Betroffene und deren Angehörige rund ums Leben mit und nach Krebs zu unterstützen, informieren und beraten, betont Borba.

 

Positives Fazit

Von dem Projekt nehmen die Beteiligten Unterschiedliches mit. Für Birlo war es einerseits eine intensive Arbeit, wie er erklärt. Anderseits freut es ihn sehr, dass er mit seinem Know-how dazu beitragen konnte, dass die Betroffenen wieder einen Anreiz zum Essen haben, und dass sie bei ihm einen schönen Abend erlebten. «Ich kann es mir gut vorstellen, bei ähnlichen Projekten wieder mitzuwirken», so der Chefkoch. Für Gort wiederum war das Projekt vor allem ein mutmachendes Erlebnis. «Ich habe wieder ein Stück Lebensqualität dazugewinnen können», betont sie.

Ebenso positiv blickt auch die Krebsliga Schweiz auf das abgeschlossene Projekt zurück. «Es ist sehr erfreulich, zu sehen, dass bei den Personen, die mitgemacht haben, das Projekt erfolgreich war und sie wieder einen positiveren Bezug zum Essen haben.» Ob es eine Fortsetzung von «Recipes rewritten» gibt oder ähnliche Aktionen in Zukunft lanciert werden, steht zurzeit aber noch nicht fest.

 

Montag26Juli 2021 / Quelle: Südostschweiz

 

 

 

Bald ist der Valser «Methusalem» im Trockenen

Die ältesten Teile des Lärchabodastalls oberhalb von Vals stammen aus dem Jahr 1329. Jetzt saniert die örtliche Gandahus-Vereinigung das einzigartige Bauwerk.

 

Wenn im kommenden September wieder europaweit die alljährlichen Tage des Denkmals anstehen, wird sich alles um eine Frage drehen: Was benötigen wir, damit Materialien und Konstruktionen nicht wie billige Massenware nach kurzer Zeit zerfallen? Denn die Jahrhunderte überdauern sie nur, wenn sie hochwertig sind und das Wissen vorhanden ist, wie man sie richtig verarbeitet und instand hält – nicht umsonst heisst das diesjährige Denkmaltage-Motto «Gewusst wie». Wer nach einem guten Beispiel für solche qualitätsvolle Handwerkskunst sucht, wird unter anderem auf dem Valser Lärchaboda fündig.

 

Ganze sieben Jahrhunderte haben Teile des Stallgebäudes auf dem Buckel, das dort in der gächen Wiese steht, das haben dendrochronologische Untersuchungen des Archäologischen Diensts Graubünden ergeben. Das Fälldatum der ältesten Balken: 1329 und 1423. Damit wird der Lärchabodastall zum «Methusalem» unter seinesgleichen. Seine Rekordhölzer zählen zu den ältesten noch erhaltenen Überresten von Stallbauten in Graubünden.

 

Teil der Valser Identität

Es ist der erste Mittwoch im Juni, neben dem eingerüsteten Lärchabodastall ragt ein Kran in den Valser Himmel, Urban Sprenger von der Tarcisi Maissen AG aus Trun lupft mithilfe des Hebegeräts schwere Steinplatten aufs Dach. Die Firma hat 2018 den Steinbruch Garlag in Vals übernommen, und mit dem dort abgebauten Quarzit decken Sprenger und ein Mitarbeiter nun das historische Bauwerk neu ein. «Wir haben ganz bewusst Stein von dieser Seite des Tals gewählt», sagt Pius Walker. Der einheimische Natursteinmauer-Spezialist betreut als Projektleiter die Instandstellung des Lärchabodastalls, ein Vorhaben, das für den Erhalt des «Methusalems» unabdingbar ist. Und er weiss: «Wenn man mit dem Material arbeitet, das in der Nähe vorhanden ist, stimmt das Resultat eigentlich immer.»

Eine Summe von rund 200’000 Franken hat die Valser Gandahus-Vereinigung als heutige Besitzerin des Stalls für das Projekt budgetiert; einen Beitrag an die Kosten leisten unter anderen die kantonale Denkmalpflege und die Gemeinde. Mit der Vereinigung, die auch das Valser Ortsmuseum betreibt, hat das wertvolle Objekt mittlerweile eine Eigentümerin von öffentlichem Charakter; der Lärchabodastall soll denn auch in Zukunft für Interessierte zugänglich werden. «Die über die Landschaft verstreuten Ställe gehören zur Identität von Vals», meint Gandahus-Präsident Peter Loretz, «auch wenn viele finden, diese Bauten brauche es nicht mehr.» Das Engagement der Vereinigung auf dem Lärchaboda soll deshalb auch noch einen Nebeneffekt haben, wie Loretz hofft: «Vielleicht ist es ein Ansporn für andere Besitzer, ihren Stall ebenfalls zu sanieren.»

 

Seit 1780 fast unverändert

Vom Lärchabodastall weiss man laut Walker, dass er sicher 50 Jahre lang nicht mehr genutzt wurde. Seine Lage war zu ungünstig. «Das war ein Stück weit aber auch ein Glück», stellt er fest. Denn letztmals umgebaut wurde er deshalb vor rund 240 Jahren, «seither wurde nicht mehr viel investiert». Mit anderen Worten: Von der Substanz aus der Zeit um 1780 ist noch sehr viel vorhanden – und natürlich sind auch die rekordalten Balken aus dem Spätmittelalter erhalten. Wobei: «Wenn nicht alles aus Lärchenholz wäre, würde der Stall wohl nicht mehr stehen», vermutet Walker. «Und weil der Grund hier sehr durchlässig ist, hat es auch wenig Feuchtigkeitsschäden.» Die Lärchen für den Bau, so Walkers Theorie, wurden vor Ort gerodet, eben auf dem Lärchaboda, und dann für das Bauwerk verwendet. Zu einer Zeit notabene, als noch die Romanen im Tal präsent waren.

 

«Für die Restaurierung verwenden wir nur neues Holz», betont der Projektleiter, «kein altes. Wir wollen klar zeigen, was jetzt gemacht worden ist.» Dafür sind aber alle Handwerkstechniken, die auf der Baustelle zur Anwendung kommen, althergebrachte Methoden, gerade auch beim Holzbau. Davon zeugen unzählige Ausführungsdetails, von den hölzernen Zapfen, die die Balken fixieren, bis zur Bearbeitungsart der Oberflächen. Unter seinem neu gedeckten Dach im Trockenen sein wird der «Methusalem» schon in wenigen Tagen, und Ende Juni soll die gesamte Instandstellung abgeschlossen sein. Womit man wieder bei den Denkmaltagen wäre: Sie finden am 11. September auch in Vals statt, und zwar beim Lärchabodastall. Denn immerhin lassen sich an seinem Beispiel nun 700 Jahre Holzbau aufzeigen – von 1329 bis 2021.

 

Dienstag8Juni 2021 / Quelle: Südostschweiz

 

 

 

«So viel Dank gab es von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch nie»

Am Sonntag fand mit dem GP Vals das älteste Bündner Radrennen nach zuletzt zwei Absagen wieder statt. Die Bündner Nina Zoller und Fadri Barandun gewannen den Klassiker.

 

Kalt aber schön: Das Rennen bot den Fahrerinnen und Fahrern spektakuläre Kulissen.
Kalt aber schön: Das Rennen bot den Fahrerinnen und Fahrern spektakuläre Kulissen.

 

Mit der Austragung der 36. Auflage des GP Vals haben Organisatoren und Teilnehmenden am Sonntag ein wichtiges Zeichen für den Sport und den Radsport in Graubünden gesetzt, heisst es von den Organisatoren. Mit einem umfangreichen Schutzkonzept, Einzelstarts und dem Verzicht auf jegliches Rahmenprogramm sei «Ruinaulta-Ilanz-Vals» zu einem vollen Erfolg geworden.

 

«Ich glaube, so viel Dank gab es von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch nie», lässt sich OK-Chefin Judith Huonder in einer Mitteilung zitieren. Der Klassiker konnte im vergangenen Jahr aufgrund der Coronamassnahmen nicht durchgeführt werden. Vor zwei Jahren machte Schneefall die Durchführung unmöglich.

 

Mit viel Rückenwind zum Sieg

 

Kalt und windig waren die Bedingungen für die 71 Fahrerinnen und Fahrer. Am Morgen sei in Vals noch Neuschnee gelegen, dieser konnte sich zum Glück für die Organisatoren aber nicht lange halten. Glücklich für die Teilnehmenden war wiederum, dass der Wind auf der ganzen Strecke von hinten bliess, wie es weiter heisst.

Der Kurs erstreckte sich auf über 40,5 Kilometer Distanz auf denen es knapp 1000 Höhenmetern zu erklimmen galt. Von Bonaduz ging es durch die Ruinaulta nach Ilanz und dann weiter bis ins Ziel nach Vals.

 

Nina Zoller aus Chur, die in den Jahren 2017 und 2018 die beiden bisher letzten Austragungen in Vals gewonnen hatte, sowie Mountainbiker Fadri Barandun aus Samedan setzten sich am Ende durch. Barandun lieferte auf den drei ersten Abschnitten die Bestzeiten und musste nur im Schlussanstieg knapp Andrea Bricalli vom RMV Chur den Vortritt lassen. In der Gesamtwertung setzte sich der 23-Jährige vom Team Bernina Sport/Merida nach 35:21 Minuten mit 25,3 Sekunden Vorsprung auf Iwan Hasler aus Gipf-Oberfrick und 59,2 Sekunden vor Thomas Häusermann aus Winterthur durch. Pascal Nay (Zizers/Thömus Racing Team) wurde Vierter, der Churer Bricalli Fünfter.

Die Seniorenklasse gewann Heinz Joos aus Domat/Ems. Duathlon-Weltmeisterin Zoller lieferte auf allen vier Abschnitten die Bestzeit und hatte 1:43 Minuten Vorsprung auf Lea Fuchs aus Winterthur. Dritte wurde die in Fläsch lebende Deutsche Daniela Höfler. Alessia Nay aus Zizers wurde Vierte.

 

Aufwand lohnte sich

 

Gefahren wurde das Rennen nicht in der Masse. Die Teilnehmenden seien einzeln gestaltet, was den Aufwand erhöht habe, so die Organisatoren. «Auch wenn dieses Format mit gleich vier fixen Zeitmessungen, einer Streckensicherung über mehrere Stunden und Einzelstart enorm aufwändig war, es tat gut, der Normalität wieder ein Stück näherzukommen», zog Stefan Schwenke Bilanz, der Ruinaulta-Ilanz-Vals koordiniert.

 

«Damit, dass die Wetteraussichten einige abgeschreckt haben und dieses Wettkampfformat nicht allen gefällt, mussten wir rechnen. Uns gefällt es auch nicht», so Schwenke. «Aber es war unter diesen Umständen das Optimum dessen, was wir machen konnten. Denn eins war für uns klar: Wir wollen Ruinaulta-Ilanz-Vals. Aber ohne Kompromisse bei Streckensicherheit und Gesundheitsschutz.»

 

Man habe gleichzeitig auch vorsichtig zeigen wollen, was alles gehe. Auch die Resonanz sei positiv ausgefallen. «Wir hatten allein seit der Ankündigung, dass Ruinaulta-Ilanz-Vals gefahren wird, nochmals rund 25 Nachmeldungen. Dass gleichzeitig einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht kommen würden, war zu erwarten.» Am Ende waren es im Vergleich 43 Prozent der Teilnehmer von 2018. «Das ist deutlich mehr als bei vergleichbaren Angeboten mit Rennen über mehrere Tage oder gar Wochen, wie wir sie zum Beispiel in diesem Winter im Langlauf hatten, und zeigt, dass unsere Entscheidung richtig war», so Schwenke. «Die meisten, die bei uns waren, waren seit über einem Jahr kein Rennen mehr gefahren und entsprechend glücklich.»

 

Dienstag4Mai 2021 / Quelle: Südostschweiz

 

 

 

Neubau sichert Zukunft der Valser Biomilchproduzenten

Im Gebiet Morizei in Vals wird seit Montag an der künftigen Dorfsennerei gebaut. Im Frühling 2022 soll die 3,7 Millionen Franken teure Anlage in Betrieb gehen – zehn Jahre nach der Projektlancierung.

 

 

Zuerst hätte es ja eigentlich nur ein Ersatz für den Käsekeller sein sollen. Aus dem bisherigen musste sie raus, die Sennereigenossenschaft Vals mit ihren neun Milchlieferanten. 2012 war das, doch dann kam alles etwas anders als gedacht. Seit Wochenbeginn realisiert die Genossenschaft nun im Dorfteil Morizei auf der linken Seite des Valserrheins einen Sennereineubau für 3,7 Millionen Franken, der symbolische erste Spatenstich hat bei Schneetreiben am Montag stattgefunden. Im April 2022 soll der Betrieb eröffnet werden können, zwei Jahre, bevor die Genossenschaft ihren 100. Geburtstag feiern kann.

 

Schwierige Bauplatzsuche

Schon kurz nach dem Projektstart im Jahr 2012 habe man festgestellt, dass man nicht nur einen neuen Käsekeller brauche, sondern die Produktionsinfrastruktur der Sennerei ebenfalls ersetzen müsse, erinnert sich Projektleiter Andy Oesch. Die Standards hätten über kurz oder lang nicht mehr eingehalten werden können. Damit begann der lange Weg zum Neubau. Erste Pläne wurden vom Kanton zurückgewiesen. Ein geeigneter Bauplatz war nur schwer zu finden, und als man in Morizei endlich Erfolg hatte, wurde bekannt, dass der Bauplatz wegen Lawinengefahr in die rote Zone fallen sollte. Immerhin: Im Entstehen befindliche Lawinenschutzbauten gaben Hoffnung, dass es wieder zu einer Rückstufung in die blaue Zone kommen könnten – was dann nach drei Jahren auch Realität wurde.

 

Wärmeverbund aufgebaut

Die nächsten Pläne wurden erneut vom Kanton zurückgewiesen. Und es fehlte ein taugliches Energiekonzept. «Öl oder Strom als Energie fürs Käsekessi wollten wir nicht», erklärt Oesch. Die Lösung war der Aufbau eines Valser Wärmeverbunds mit Holz, er ist inzwischen in Betrieb und sein Auslöser, die Sennerei, nur noch ein kleiner Teil dieses Vorhabens. Ende 2021 soll der der grösste Teil des Dorfes mit Fernwärme erschlossen sein.

Als anspruchsvoll erwies sich dann auch die Finanzierung des Sennereineubaus, die erst im Herbst 2020 dank der Coop Patenschaft für Berggebiete als letzter Beitragsgeberin abgesichert werden konnte. Involviert sind ausserdem die Genossenschaft mit ihren Eigenmitteln, Bund und Kanton, die Gemeinde und die Bank.

«Das Investitionsvolumen», räumt Oesch ein, «ist hoch.» Schuld daran sei unter anderem die in der blauen Zone nötige lawinensichere Bauweise, mitentscheidend sei aber auch die für einen Tourismusort unabdingbare Sortimentsbreite, wie sie die Valser Sennerei bereits heute habe. Diese breitere Palette bedinge eine teurere Mehrzweck-Produktionsanlage. «Aber unsere Investition ist im Vergleich zu anderen Sennereiprojekten gut gesichert», findet Oesch. Das Produktsortiment sei erfolgreich, der Absatzmarkt stabil. Und dann sind da die neun Biomilch-Produzenten aus dem Tal, die laut Genossenschaftspräsident René Stoffel auch in Zukunft 600'000 Liter im Jahr liefern wollen – nicht mehr, aber auch nicht weniger und dank der «Pipeline» von der Alp Leis hinab ins Dorf sogar sommers.

 

Ein Eins-zu-eins-Ersatz

«Wir wollen einfach unsere Milch hier im Tal verarbeiten können», sagt Stoffel, «und die Wertschöpfung so in Vals behalten.» Darum wird der Neubau für die bisherige Milchmenge ausgelegt, als Eins-zu-eins-Ersatz für die alte Sennerei. «Deren Betrieb wird vom Kanton nur noch geduldet, weil wir am Neubau dran sind.»

Die Genossenschaft hat einen grossen Vorteil: Die beteiligten Landwirte sind fast alle jüngeren Jahrgangs, lediglich in einem Fall ist die Pensionierung nicht mehr so fern, aber auf diesem Hof ist die Nachfolge schon geregelt. Und bis zur nächsten anstehenden Pensionierung unter den Milchbauern dauert es dann rund 15 Jahre. «Die Milchmenge ist vorderhand gesichert», betont Stoffel. Und handkehrum sichere der Bau der Sennerei die Zukunft der neun kleinen Höfe.

 

Wichtige Stellen im Bergdorf

Auch die landwirtschaftliche Vielfalt in Vals kann laut Stoffel erhalten bleiben. Denn mit der Biomilchproduktion koexistieren im Tal die Mutterkuhhaltung, die Schaf- und die Ziegenhaltung. Und am Sennereibetrieb hängen direkt 500 Stellenprozente – für das 1000-Seelen-Bergdorf wichtige Arbeitsplätze.

 

Mittwoch14April 2021 / Quelle: Südostschweiz

 

 

 

 

 

 

Seine Leidenschaft geht unter die Haut

Sandro Casutt sticht unter die Haut und blickt in die Sterne – ein bunter Hund im Bergdorf Vals.

 

Manche bewundern ihn, andere wundern sich: Die Leute im Dorf wissen nicht so recht, was sie mit so einem anfangen sollen. Und wäre er nicht einer von ihnen, seit Generationen in der Surselva verwurzelt, würden sie ihm wohl recht deutlich zu verstehen geben, wie fremd ihnen das ist, wofür und wovon er lebt.

Gelernt hat er Elektromonteur, aber die Energie, die aus der Steckdose kommt, hat ihn nie wirklich interessiert. Bald schon stand er bei der Mutter in der Hotelküche des Edelweiss, wusch Salat, schälte Kartoffeln, schrubbte Pfannen und spürte, wie eine innere Unrast ihm den Seelenfrieden raubte – ein Gefühl, das ihn zunehmend lähmte, bis zu dem Tag, an dem er alles hinschmiss und sagte: «Jetzt mach ich das, was ich insgeheim schon immer machen wollte.»

 

Was Ötzi und Sissi gemein haben

Die Geschichte des Tattoos fasziniert ihn schon lange. Ötzi, die Gletschermumie vom Similaun-Gletscher – er hatte sich vor fünftausend Jahren seltsame Zeichen unter die Haut ritzen lassen. Sissi, die unglückliche österreich-ungarische Kaiserin – sie hütete den Anker auf der Schulter als kleines süsses Geheimnis. Seefahrer ergänzten den Anker mit einer Rose und verewigten beides auf Brust und Bizeps. Ganoven und Dirnen gaben sich einander durch Tattoos zu erkennen.

 

Sandro Casutt hat sich das Konterfei von Albert Einstein auf den Oberarm tätowieren und den Unterarm komplett einschwärzen lassen. «Die Frau, die mich damals gestochen hat, war so zart und liebevoll, dass ich den Schmerz als angenehme Begleiterscheinung wahrnahm», erinnert er sich. Und er nahm sich diese Erfahrung zu Herzen: «Wenn ich selber steche, will ich den Schmerz, der nun einmal dazugehört, mit empathischer Sanftheit lindern!»

 

 

 

Kühlschränke für Sibirien

Im Obergeschoss eines Industriegebäudes, am Ufer des Valser Rheins, hat er sein Studio eingerichtet – er nennt es «Färberei»-Werkstatt – und «verkauft Kühlschränke für Sibirien», wie Linus Livers, Moderator im romanischen Lokalradio, öffentlich spottete. Will heissen: In der Tausend-Seelen-Gemeinde Vals ist ein Tattoo-Studio ähnlich entbehrlich wie ein Kühlaggregat in der russischen Arktis.

 

«Höchst selten», bestätigt Sandro Casutt, habe er einen Einheimischen auf dem Schragen. In der Szene allerdings, in der überschaubaren Subkultur jener, die ihre Haut als lebendige Leinwand zu Markte tragen, hat sich rasch herumgesprochen, dass in einem kleinen Bergdorf einer mit scharfem Auge und feinem Händchen die Nadel führt. Und schon bald nach der Eröffnung vor zehn Jahren nahmen Kunden aus nah und fern den Weg nach Vals auf sich.

 

Sie kommen aus Schluein bei Ilanz, wo der frühere Arbeitskollege Ricardo Sgier zunächst sein erster Kunde und bald auch sein bester Freund wurde. Und aus Deutschlands hohem Norden, von wo aus Hannah die lange Reise ins Bündnerland gleich zweimal angetreten hat: Beim ersten Mal war sie noch ein kleines Mädchen, das mit den Eltern in den Urlaub gefahren war, um am Fuss des Zervreilahorns das Skifahren zu lernen. Als junge Frau, mittlerweile selbst schon Mutter geworden, kehrte sie zurück, um sich von Sandro ihren Lieblingsberg auf dem Unterarm verewigen zu lassen.

 

Warum tun Menschen sich das an? Warum nehmen sie Schmerzen auf sich, um für den Rest ihres Lebens gezeichnet zu sein – mit einem Motiv, das vielleicht irgendwann einmal nicht mehr gefällt und kaum wieder rückgängig gemacht werden kann?

 

Sandro Casutt lächelt, die Frage hört er nicht zum ersten Mal – und ... «nun ja, es gibt eine sehr einfache Antwort», sagt er. «Weil es schön ist! Weil der Körper des Menschen an sich schon ein Kunstwerk ist, das kreativ gestaltet werden will.»

 

Parabeln für Vergänglichkeit und Hoffnung

Und dann gibt es noch die vielen, nicht mehr ganz so einfachen Antworten, die in der Regel nur für den gelten, der sie formuliert. Ricardo Sgier etwa, Sandros früherer Arbeitskollege und heutiger Freund aus dem Nachbartal, verbindet mit der Tattoo-Nadel den Körperkult mit Ahnenkult: Totenköpfe zieren seine Oberschenkel neben dem Porträt einer schönen, alten Frau. «Das ist meine Grossmutter», sagt der 33-jährige Tontechniker. «Sie lebte noch, als ich sie auf meine Haut stechen liess – und sie freute sich, dass sie nach ihrem Tod auf diese Weise weiterleben würde.» Und die Totenköpfe? «Das sind die Ahnen, die vorangegangen sind.»

 

Sandro und Ricardo haben sich darauf geeinigt, dass der eine aus dem Körper des anderen eine Parabel für die Zeit macht, für Vergangenheit und Vergänglichkeit und für Hoffnung – es ist ein Langzeitprojekt: «Für meine Eltern», sagt Ricardo, «ist noch genug Platz!»

 

Sandro Casutt sticht nicht immer, nicht alles, nicht jeden. Bevor er sein Tätowiergerät mit Tinte befüllt und die Nadel ansetzt, will er genau wissen, mit wem er es zu tun hat. «Wir führen erst einmal ein ausführliches Gespräch», sagt er. Befindlichkeit, Lebenssituation, Umfeld, Herkunft – der ganze Mensch wird ausgelotet, und «wo eine gewisse charakterliche Reife fehlt» oder «wenn jemand einfach nur ein chinesisches Schriftzeichen gestochen haben will», kann es durchaus vorkommen, dass eine ehrliche, aber unbedarfte Haut unversehrt nach Hause fährt...

 

Was ist gegen chinesische Schriftzeichen einzuwenden? «Im Grunde gar nichts – sie sind ja durchaus auch schön. Aber es ist wichtig, dass man das, was man auf der Haut trägt, auch versteht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Chinese sich arabische Schriftzeichen als Tattoo stechen lässt.»

 

Sandro und das Geheimnis des Glücks

In klaren, mondlosen Nächten schultert Sandro das Teleskop und die Kameraausrüstung und begleitet seinen Bruder Markus ins Gebirge. Die beiden steigen bis über die Waldgrenze hinaus. Wenn kein irdisches Licht mehr den Glanz der Sterne trübt, lassen sie sich von der Dynamik des Kosmos in den Bann ziehen und visualisieren mit raffinierter Langzeitbelichtung den Lauf der Sterne am Firmament.

 

In solchen Momenten entdeckt Sandro das Geheimnis des Glücks: «Du siehst da eine Wahrheit, die im selben Moment schon seit Lichtjahren vergangen ist. Du blickst in die Ewigkeit hinaus und zugleich tief hinein in dein innerstes Selbst. Da findest du dich in deinem eigenen Universum.» Er legt eine Pause ein. Und fährt mit sanftem Lächeln fort.«Mit dem Tätowieren ist das genau so. Du arbeitest an der Oberfläche des Menschen. Und kehrst sein Innerstes nach aussen. Es sind dieselben Widersprüche, dieselben Auflösungen.» Vielleicht sollte er wieder einmal etwas Neues stechen. Kein Sternbild. Aber ein Zeichen. Einen Löwenkopf. Oder den Wassermann.

 

Samstag6März 2021 / Quelle: Berner Zeitung

 

 

 

Willkommen im fast normalen Leben

Hotels sind derzeit wie Inseln in der Pandemie. Viele Schweizer gönnen sich diese Flucht vor Corona, geniessen einmal wieder Restaurant und Wellness. Manche Häuser laufen so gut wie nie. Ein Augenschein im Thermenhotel «7132» in Vals.

 

Vals, Sonntag, 11 Uhr. Es schneit wieder einmal in diesem Winter des Missvergnügens. Doch hier drinnen in der weitläufigen Lobby des «7132»-Hotels in Vals ist es angenehm – nicht nur, weil im riesigen Cheminée die Flammen lustig lodern. Tatsächlich, da sitzen Menschen zusammen gemütlich an Tischen, Servicepersonal wieselt umher. Das junge Paar hat gerade eingecheckt und nimmt gleich den offerierten Welcome-Drink an der Bar; sie einen perfekt geschäumten Cappuccino, bei ihm perlt der Champagner im Glas. Andere kommen vom Frühstück aus dem Restaurant und fragen sich, ob sie erst noch eine Runde durch den Schnee stapfen oder lieber gleich ins Schwimmbecken steigen sollen. Ferienstimmung. Hotelalltag. Doch wer unversehens aus der Corona-Realität in diese Szene gerät, reibt sich die Augen. Ist das ein Paralleluniversum?

 

Übernachtung mit Annehmlichkeiten: Gäste im Hotel «7132» geniessen Restaurant und Therme
Übernachtung mit Annehmlichkeiten: Gäste im Hotel «7132» geniessen Restaurant und Therme

Stillschweigender Sonderweg

Nahezu in ganz Europa sind spätestens seit dem Winter die Hotels geschlossen. In den meisten Ländern gilt explizit ein Beherbergungsverbot für touristische Zwecke. Nicht so bei uns. Doch dieser Aspekt des Schweizer Sonderwegs wurde nie an die grosse Glocke gehängt. In der Covid-19-Verordnung des Bundesrates vom 18. Dezember und den nachfolgenden Verschärfungen wird nur indirekt deutlich, dass die Hotellerie weitgehend verschont bleibt von den Verboten, die das Leben seither so einschränken. In den Bestimmungen heisst es lediglich, Sport- und Wellnessbetriebe sowie Restaurants und Bars dürften weiterhin geöffnet haben, sofern sie zu Hotels gehören und deren Gästen vorbehalten sind. Natürlich hat die Branche zumal in Tourismuskantonen wie Graubünden diesen Entscheid begrüsst. Doch offensiv damit zu werben, getraute man sich bisher nicht. Die Steinböcke Gian und Giachen wollen im aktuellen TV-Spot zwar durchaus den Rest der Schweiz ins Bündner «Wintertraumland» locken, dass der Traum aber Abende in der Bar, servierte Gourmetmenüs und die Massage im Spa beinhaltet, wird nicht herausposaunt.

 

Kein Wunder, im Tourismus weiss man sehr wohl, wie dünn das Eis ist, auf dem man sich bewegt. Ein Ischgl-ähnlicher Party-Vorfall oder ein massiver Ausbruch in einem voll belegten Haus und die stillschweigende Duldung würde ganz schnell einbrechen. Nicht zuletzt deshalb ging das grosse Zittern durch die Reihen, als es vor zwei Wochen ausgerechnet das Bündner Flaggschiff «Badrutt’s Palace» mit der britischen Covid-19-Variante erwischte. Das schnelle Durchgreifen von St. Moritz hat möglicherweise die anderen Destinationen vor dem Aus bewahrt.

 

Fluchtburg mit Bad

Die Unsicherheit scheint auch die Gäste zu betreffen. Die Hotels werden gebucht – gezwungenermassen fast ausschliesslich von Schweizern –, aber beinahe etwas verschämt. Mit den eigenen Ferien im Freundeskreis protzen, das tut derzeit kaum jemand. Wenn der Eindruck nicht täuscht, werden momentan fast keine Selfies im Hotelambiente auf Instagram und Co. gepostet. Höchstens wird ungläubiges Staunen ausgedrückt: Schaut mal, so etwas gibt es tatsächlich noch.

 

Auch beim Kurzbesuch in der zur berühmten Therme gehörenden Hotelanlage in Vals, ist dieses Gefühl mit Händen zu greifen. Man geniesst eine Rückkehr auf Zeit ins fast normale Leben. Was solls, dass einem beim Eintritt ins Hotel und ins Bad jedes Mal an einer automatischen Messstation die Temperatur genommen wird, das Personal stets Masken trägt und man selbst diese nur abnehmen darf, sobald man sitzt. Man hat sich längst dran gewöhnt. Richtig aufregend ist jedoch die Erfahrung, die eigenen vier Wände einfach so verlassen zu können, an einem Restauranttisch Platz zu nehmen, unter Leuten zu sein, sich die Flasche Wein nicht selbst öffnen zu müssen. Das «7132», welches seit der Übernahme durch den Investor Remo Stoffel im Jahr 2012 von ihm die Postleitzahl von Vals als Hotelname verpasst bekam, hat auch in Nicht-Corona-Zeiten sehr viel zu bieten. Doch momentan ist es für die meisten vor allem eines: die perfekte Fluchtburg.

Es sind für diese Kategorie Hotel überraschend viele junge Leute, kaum über 30, die man dieser Tage hier antrifft. «Wir wollen einfach mal dem Stress mit Corona entkommen», erklärt ein Paar aus Basel, das diesen Winter schon zum zweiten Mal gebucht hat. Nein, unter anderen Umständen hätte es sie wohl nie nach Vals verschlagen, geben sie zu. Aber die Therme sei schon sehr beeindruckend, sagen sie. «Man ist wie in einer anderen Welt.» Die kargen, kathedralenartigen Räume des Zumthor-Meisterwerks tragen zweifelsohne zum Sicherheitsgefühl bei. Weil externe Besucher fehlen, schwebt man im Wasser der Grotten aus Valser Quarzit tatsächlich oft völlig ungestört.

 

Endlich wieder ausgehen

«Stundenlang wellnessen und dann endlich mal wieder ausgehen zum Essen. Das ist das Grösste», meint eine junge Zürcherin. Mit Mutter und zwei Schwestern geniesst sie das verlängerte Frauen-Weekend. Für den Ausgang im Hotel macht man sich auch schick, wie allenthalben zu beobachten ist. Die schönen Kleider, die im Home Office niemand braucht, wollen endlich einmal ausgeführt werden.

 

Ausgesprochen gut läuft etwa das Angebot «Silver Sundays», mit einem 9-Gang-Mittagsmenü im hochdekorierten Restaurant «Silver», Übernachtung von Sonntag auf Montag und Mitternachtsschwimmen in der Therme ab 390 Franken pro Person. Die Kreationen von Starkoch Mitja Birlo sind ein Ereignis, zeitgemäss, eigenständig und – sehr sympathisch – abwechselnd von seiner jungen Crew präsentiert. So macht Gourmetküche Spass. Wären wir Restauranttester, würden wir hier voraussagen, dass der dritte Stern nicht mehr weit ist. Doch auch einfacher kann man essen im «7132»: klassisch im «Red», in der Pizzeria «Da Papa» oder im Stübli des «Glenner». Restaurantleiter und Sommelier Dominic Lackner fällt auf, wie locker das Geld derzeit bei so manchen Gästen sitzt. Weil viele seit Wochen kaum Gelegenheit zum Geldausgeben haben, darfs jetzt gern etwas mehr sein. «Da wird auch schon mal der Wein für 150 Franken bestellt», freut er sich.

 

Ist das «7132» die grosse Ausnahme in der Bündner Hotellandschaft, die doch kürzlich erstüber ein sattes Minus für diesen Winter geklagt hat (Ausgabe vom 2. Februar)? Es gibt Hinweise, dass dem nicht so ist. Auch wenn sich momentan kaum ein Hotel mit seiner guten Auslastung brüstet, meidet man solche Aufmerksamkeit doch lieber. Allerdings sind die Voraussetzungen nicht überall gegeben. Vals zeigt, was es braucht, um als Pandemie-Fluchtort erfolgreich zu sein: eher weitab vom Schuss liegen, eine fast autarke Welt für sich sein, über ein breites Angebot «inhouse» verfügen, viel Platz haben und Sicherheitsmassnahmen vor und hinter den Kulissen so konsequent wie dezent umsetzen.

 

Donnerstag11Februar 2021 / Quelle: Südostschweiz

 

 

 

Die Schutzengel konnten nicht helfen

70 Jahre nach der Lawinenkatastrophe von Vals erzählt eine damals Verschüttete von den schlimmen Stunden am 20. Januar 1951.

 

Als es um 21.59 Uhr zuerst dumpf donnert und wenig später heult, dröhnt, kracht und überall im Ort dunkel wird, liegt sie im Nachthemd im Bett und schläft. Weiss nicht, dass diese Sekunden ihr Leben verändern werden. Dass sie ihren Vater und zwei ihrer Geschwister nicht mehr lebend wiedersehen wird. Als sie aufschreckt, erwacht, weiss sie nur: Ich stecke im Schnee. Ich ersticke fast. «Ich dachte, ich höre meine Mutter um Hilfe rufen. Aber vielleicht waren es auch die Stimmen der Helfer, die nach uns suchten.»

 

Nach der Katastrophe: Das Haus der Familie Tönz ist völlig zerstört.
Nach der Katastrophe: Das Haus der Familie Tönz ist völlig zerstört.

70 Jahre danach, noch dazu in einem Winter mit enormen Schneemengen, kommt vieles wieder hoch. Gerne erzählt Pia Deplazes-Tönz nicht davon, was sich am Abend des 20. Januar 1951 in Vals ereignet hat. Es braucht Überwindung. Aber das Unglück ist präsenter denn je, «jetzt, wo ich alt bin. Es tut mir weh, was damals alles passiert ist». Sie lebt mit ihrem Mann in Chur, die alte Heimat besucht sie nicht mehr oft, «im Winter überhaupt nicht». Obwohl sie natürlich weiss, dass das Dorf längst geschützt ist gegen den Weissen Tod: Die Erlebnisse als elfjähriges Mädchen, die Erinnerungen an eine Katastrophe mit Ankündigung bleiben.

 

Schneefall und Sturmwinde

Der Januar 2021 und der Januar 1951 ähneln sich betreffend Schneehöhen. Die Niederschlagsmengen am 18. Januar 1951 sind beträchtlich, und am folgenden Tag schneit es weiter. Das Lawinenbulletin warnt bereits am 19. Januar vor «sehr grosser» Gefahr; es könnten auch «selten auftretende Lawinen niedergehen». Gleichentags kommen zum Schneefall sturmartige Winde in den Bergen hinzu. Im Valser Talboden fallen in drei Tagen etwa 100 Zentimeter Neuschnee; in den Anrissgebieten in der Höhe lagert sich durch die Winde vermutlich noch deutlich mehr ab. Das Bulletin vom 20. Januar hält fest, die Lawinengefahr habe sich «wesentlich verschärft und ein ausserordentliches Ausmass angenommen».

 

Am Samstagmittag löst sich in Vals erstmals seit 139 Jahren die Molatobel-Lawine aus dem Gebiet der Leisalp. Sie zerstört vier Ställe. Ein Alarmzeichen. Der Gemeindepräsident rät, einige exponierte Häuser zu evakuieren. Umgesetzt wird der Ratschlag nicht, wie der 1952 erschienene Winterbericht des damaligen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung Weissfluhjoch/Davos festhält. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.

 

Ein «digitales Fenster»

 Zum aktuellen Lawinenwinter-Gedenkjahr planen die Gandahus-Vereinigung, die Schul- und Gemeindebibliothek Vals, die Plattform Kultur am Montag und das Forum Vals verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen unter dem Titel «Lawinenwinter 1951 – Vals erinnert sich». Eine davon ist trotz der Coronasituation schon umgesetzt: In der Galerie Lisa Lee Benjamin im Haus Fridolin Hubert in Vals werden bis Ende Februar in einem «digitalen Fenster» Fotos von 1951 gezeigt. Sie stammen aus dem Bestand der Fotografen Franz und Karl Heini, realisiert hat die Präsentation Pascal Werner von der Fotostiftung Graubünden. Weitere Anlässe sollen folgen.

 

Die Moors wollen nicht fort

«Ich weiss noch, die Mutter hat gesagt, wir müssen raus aus unserem Haus», erzählt Pia Deplazes-Tönz. Der Familie Tönz gehört das Gebäude, eine zweite Familie wohnt zur Miete darin, es sind die Moors mit ihren drei Buben und zwei Mädchen. Und die Moors wollen nicht fort. «Sie haben gesagt, mit ihren Kindern hätten sie so viele Schutzengel. Und da fand meine Mutter: Wenn unsere Mieter nicht gehen, können wir auch nicht gehen.» Als um 21.59 Uhr das Licht ausgeht, sind zwölf Personen im Haus Tönz. Zwei komplette Familien. Nur Pias ältere Schwestern Klara und Theresia sind nicht da, sie arbeiten auswärts in Hotels.

Die Alpbüel-Lawine erwischt Teile des Dorfs mit Gewalt. Links des Valserrheins, zwischen der Brücke und dem Kurhaus, zerstört sie Wohnbauten und Ställe, begräbt über 30 Menschen. Auch die Familien Tönz und Moor. Zurück bleibt ein Trümmerfeld.

Als das Ausmass der Katastrophe in der Dunkelheit klar wird, lässt der Gemeindepräsident die Glocken läuten. Innert einer Viertelstunde sind die Valser Männer auf dem Platz, sie beginnen mit den Rettungsarbeiten, kämpfen gegen die Zeit. Fünf Ledige werden auf den Weg nach Uors geschickt, aller Gefahr zum Trotz. Die Telefonverbindung ist unterbrochen, sie müssen Unterstützung ins Tal holen, bahnen sich ihren Weg durch meterhohen Neuschnee. Elf Kilometer weit. Um 3.30 Uhr kommen sie an, geben die Schreckensmeldung weiter. Die Hilfe rollt an.

 

In Graubünden mehr als 50 Menschenleben gefordert

 Auch wenn die Zahlen je nach Quelle leicht auseinandergehen: Der Lawinenwinter 1950/51 hatte in Graubünden schwerwiegende Folgen. Genau die Hälfte der insgesamt in den Schweizer Alpen niedergegangenen Schadenlawinen wurden in Graubünden gezählt, nämlich 649. In den weissen Massen kamen kantonsweit mehr als 50 Menschen um, darunter 19 in Vals, 7 in Zernez, je 5 in Zuoz und in Safien-Neukirch, 3 in Lü und im Dischmatal, 2 in Klosters, Davos-Glaris und Monstein und je eine  Person in Tujetsch, in der Val Medel, in Obersaxen, auf der Alp Grüm, in St. Antönien und in Luzein. Laut der «Naturchronik für das Jahr 1951» wurden zudem im Kanton 473 Gebäude zerstört und 92 weitere beschädigt, 215 Stück Vieh getötet und 347 Hektar Wald verwüstet, das entspricht einer Fläche von fast 500 Fussballfeldern. Die Ereignisse hatten einen massiven Ausbau der Verbauungen zur Folge.

 

Fassungslos: Auch andernorts in Vals hinterlässt die Lawine eine Spur der Verwüstung – und 19 Tote
Fassungslos: Auch andernorts in Vals hinterlässt die Lawine eine Spur der Verwüstung – und 19 Tote

Die Hoffnung schwindet

Die junge Pia und ihre Mutter Paulina sind um diese Zeit schon gerettet, nach vier Stunden im Schnee, die Lawine hat sie 60 Meter von ihrem Haus weggeschleudert. «Ich war unverletzt, aber natürlich völlig verstört», erinnert sich die heute 81-Jährige. «Die Mutter war verletzt, sie musste ins Spital.» Pausenlos wird im Trümmerfeld weitergesucht. Doch bis am Sonntagabend wird aus dem Haus Tönz niemand mehr gefunden. Die Hoffnung schwindet.

 

36 Stunden nach dem Niedergang der Lawine wird Pias Schwester Emilia ausgegraben, vier Stunden später Vater Heinrich, wenig später Bruder Eugen. Sie sind alle tot. «Sie lagen eigentlich nicht so tief im Schnee. Aber an einem Ort, an dem man sie nicht vermutet hatte. Deshalb fand man sie erst spät», sagt Pia Deplazes-Tönz. Nach mehr als 58 Stunden wird schliesslich die Familie Moor entdeckt, ebenfalls tot, vom 40-jährigen Vater bis zur anderthalbjährigen Jüngsten. Insgesamt verlieren durch die Alpbüel-Lawine 19 Valserinnen und Valser ihr Leben.

Woanders im Dorf neu gebaut

Nach der Nacht, in der auch die Schutzengel nicht helfen konnten, habe Mutter Paulina stets ein Kopftuch getragen, erzählt Pia Deplazes-Tönz. Vielleicht habe sie sich so ein wenig geschützt gefühlt. Dort, wo das Haus gestanden habe, habe die Mutter nicht mehr leben wollen, zuerst seien sie beide in eine Wohnung gezogen, später habe sich die Mutter für einen Neubau woanders in Vals entschieden. Sie starb 1959 an einem Tumor. Pia, 19 Jahre alt, war nun auf sich allein gestellt. Und sie machte ihren Weg.

Sind Narben geblieben? «Nein. Ich denke, ich konnte verarbeiten, was passiert ist», gibt sich die einst Verschüttete heute überzeugt. Auch wenn es weh tat und die Erinnerung noch immer schmerzt: Das Leben ging weiter, «man musste einen Strich ziehen.» Aber dieses ungute Gefühl, wenn winters viel Schnee liegt, das will nicht verschwinden.

 

Regionalforstingenieur Riedi: «Die Schutzmassnahmen wirken heute sehr gut»

Trotz des vielen Schnees mussten in Vals diesen Winter noch keine aussergewöhnlichen Lawinenereignisse registriert werden. «Von einer lokalen Meldung wissen wir, dass bei Lunschania eine Lawine bis zum Valserrhein vorgedrungen ist, sonst gab es nur kleinere Vorkommnisse», sagt Bernard Riedi vom Amt für Wald und Naturgefahren, in der Surselva zuständig für Schutzbauten. Vals sei heute aber auch gut geschützt: einerseits durch permanente Stahl- und Netzverbauungen sowie Lawinendämme, andererseits durch die erfolgten Aufforstungen und die Schutzwaldpflege. 

 

«Die ersten Verbauungen entstanden schon kurz nach 1900 auf der Seite des Hora», weiss Riedi. Am Valser Hausberg wurden Trockenmauern erstellt, die gleichzeitig vor Lawinen und Rüfen schützen sollten. «Danach gab es eine Pause bis zum Lawinenwinter 1951, er war die Initialzündung für weitere Verbauungen.»

 

In den Siebzigerjahren folgten dann die Dämme. Im Lawinenwinter 1974/75 hatte sich an der Satteltilücke die Alpbüel-Mattelawine gelöst, war – trotz der flachen Leisalp dazwischen – bis hinab ins Dorf gestürzt und hatte grossen materiellen Schaden angerichtet. Oberhalb der Leisalp wurde deshalb ein Auffangsystem mit drei mächtigen Dämmen gebaut. 23 Meter hoch hätten sie werden sollen, doch das war geotechnisch nicht ganz möglich. Die Dämme schlucken nun etwa 50 Prozent des Schnees, der sich oberhalb lösen kann. Und sie haben sich bereits bewährt: 1999 konnte ein Niedergang bis nach Vals dank ihnen verhindert werden.

 

 

«All diese Schutzmassnahmen wirken heute sehr gut», konstatiert Riedi. «Die Bauwerke werden auch laufend kontrolliert. Ausserdem gibt es noch die organisatorischen Massnahmen wie den Lawinendienst. Wir sind gut aufgestellt.» Natürlich gebe es im alpinen Umfeld Graubündens nie einen hundertprozentigen Schutz. «Aber nach menschlichem Ermessen müssen sich die Valserinnen und Valser heute keine Sorgen mehr machen.»

 

Samstag6Februar 2021 / Quelle: Südostschweiz

 

 

 

Ein Methusalem der Bündner Ställe wird saniert

Seine ältesten Balken haben fast 700 Jahre auf dem Buckel. Jetzt soll der Lärchabodastall in Vals instand gestellt werden

 

So, wie der Lärchabodastall heute bei Vals in der Landschaft steht, datiert er aus den Jahren 1781/82. Doch einige seiner Holzbalken sind wesentlich älter, das haben dendrochronologische Untersuchungen des Archäologischen Diensts Graubünden ergeben: Sie stammen aus den Jahren 1329 und 1423. Damit gehören diese Teile des sogenannten Lärchabodastalls kantonsweit zu den ältesten noch erhaltenen Überresten von Stallbauten.

 

 

Nun kann das Gebäude saniert werden: Laut den am Donnerstag publizierten Regierungsmitteilungen unterstützt der Kanton die Instandstellung des historischen Objekts mit fast 46'000 Franken; fortan wird der Lärchabodastall deshalb auch unter kantonalem Denkmalschutz stehen. Ausgeführt wird das Projekt von der Valser Gandahus-Vereinigung, die das Ortsmuseum von Vals betreibt. Die Restaurierung des Stalls sei zwingend erforderlich, wolle man den langfristigen Erhalt des Gebäudes sicherstellen, so die Regierung. Anschliessend wolle die Gandahus-Vereinigung das Objekt für eine interessierte Öffentlichkeit zugänglich machen.

 

Den Lärchabodastall kann man sich übrigens ganz bequem in einem 3D-Modell anschauen und ihn sogar betreten. Das 3D-Modell ist auf der Webseite «sketchfab.com» zu finden, wo unter anderen der Archäologische Dienst Graubünden derartige Arbeiten aus seinem Portfolio online stellt.

Als ältester noch integral erhaltener Stallbau in Graubünden gilt der Martinenga-Stall im Bergeller Ort Stampa. Sein Holz wurde gemäss Datierung geschlagen, als Kolumbus Amerika entdeckte: im Jahr 1492.

 

Freitag, 5Februar 2021 / Quelle: Südostschweiz

 

 

 

So schön startet Vals ins neue Jahr

Die meisten Silvester-Feuerwerke wurden in der Schweiz im Pandemie-Jahr 2020 abgesagt. In Vals wollte man aber nicht auf den traditionellen Silvesterzauber verzichten. So fand über dem Bündner Bergdorf eines der schweizweit grössten Feuerwerke zum Jahreswechsel statt.

 

Freitag, 01. Januar 2021 / Quelle: CH Media Video Unit

Vom Kriminellen zum erfolgreichen Unternehmer

Dem Valser Ein- und Ausbrecher Johann Stoffel, der es vom Verbrecher zu einer geachteten bürgerlichen Existenz brachte, widmet der Historiker Jürg Simonett eine spannende Biografie.

 

Mit dank riesigem Publikumsinteresse grossem Erfolg konnte Chur Tourismus in den vergangenen Wochen Führungen durch das mittlerweile stillgelegte Churer Gefängnis Sennhof anbieten. Passend zum Ende dieser Ära hat nun der Historiker Jürg Simonett, bis 2014 Direktor des Rätischen Museums, als Publikation des Instituts für Kulturforschung Graubünden die Biografie eines sehr illustren und seinerzeit legendären Sennhof-Insassen veröffentlicht, der allerdings etwas in Vergessenheit geraten ist: der Ein- und Ausbrecher Johann Stoffel aus Vals.

Von allen Seiten: Die Polizei fotografierte Johann Stoffel im Februar 1930 für die Verbrecherkartei.
Von allen Seiten: Die Polizei fotografierte Johann Stoffel im Februar 1930 für die Verbrecherkartei.

Stoffel lebte von 1899 bis 1970, und das Erstaunliche an seinem Leben ist, dass es nicht die verkorkste Existenz eines Verbrechers blieb, sondern aus dem kriminellen Bündner ein erfolgreicher Unternehmer im Kanton Schaffhausen wurde. Insofern ist Stoffel das mustergültige Beispiel für eine geglückte Resozialisierung dank Strafvollzug.

 

Ein legendärer Ruf

Die Streiche, die Stoffel den Ordnungshütern sowohl durch seine Ein- wie Ausbrüche spielte, liessen aus ihm einen populären Helden werden, der immer wieder die Lacher auf seiner Seite hatte. Sein elegantes Äusseres machte ihn ausserdem offenbar zu einem Frauenschwarm, was zusätzlich dafür sorgte, dass ihn bald ein legendärer Ruf umwehte. Einer der Höhepunkte seiner Popularität war die indirekte Mitwirkung an der Churer Fastnacht 1930, als der immer wieder aus dem Sennhof Entwichene die Fastnachtsplakette zierte und auch sonst am närrischen Treiben dieses Jahres zu allerlei Spässen Anlass gab.

 

Dies übrigens sehr zum Verdruss des «Bündner Tagblatts», das mahnend den Finger hob und die Frage stellte: «Wird da nicht die ganz verkehrte und verlotterte Lebensauffassung eines auf Abwege geratenen Lügners, Betrügers und Diebes verherrlicht? Man bejubelt und beweihräuchert den sittlich ganz herunter gekommenen Menschen (Konkubine in Zürich), den gemeingefährlichen Ein- und Ausbrecher, der sich ‘für alle Fälle’ mit dem scharfgeladenen Revolver bewaffnet.»

 

Keine Idealisierungen

Der grosse Reiz von Simonetts Stoffel-Biografie besteht darin, dass er immer wieder ausführlich aus zeitgenössischen Dokumenten zitiert und so eine Art Collage aus wissenschaftlichem Text und Quellen entsteht, die das Buch sehr lebendig wirken lassen, ohne dass es an wissenschaftlicher Genauigkeit mangeln würde. Simonett zeigt zwar sehr anschaulich, wie Stoffel fast als eine Art Robin Hood verehrt wurde, widersteht aber der Versuchung, dieses Leben hagiografisch zu idealisieren.

Simonett interessieren mehr die Umstände und Bedingungen dieser Existenz, denn als uneheliches Kind, als «Bastard», hat Johann Stoffel nicht gerade die besten Lebenschancen, schon gar nicht in der von Krieg und Armut gekennzeichneten ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Insofern ist das Buch auch ein wichtiger Beitrag zur Schweizer und Bündner Sozialgeschichte.

 

Manche Fragen bleiben offen

Etwas bedauerlich ist, dass das Quellenmaterial zu Stoffels zweiter Lebenshälfte als erfolgreicher Unternehmer im Kanton Schaffhausen viel karger ist. Gerne hätte man mehr über Stoffels späteres Leben und seine Uniformenfabrik erfahren, in der bis zu 15 Angestellte beschäftigt waren. Hier zeigt sich einmal mehr das Manko hiesiger Wirtschaftsgeschichte: dass allzu oft Firmendokumente vernichtet worden oder nicht mehr auffindbar sind. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei vielen Unternehmen in der Schweiz um KMU handelt, ist das nicht weiter verwunderlich, aber trotzdem sehr schade.

Zur Bescheidenheit und Redlichkeit eines Historikers gehört es allerdings auch, Lücken auszuweisen und sich zum Nicht-Wissen zu bekennen. Und so zeigt sich, dass selbst das vermeintlich so üppig dokumentierte 20. Jahrhundert manche Fragen offenlässt.

Der spannenden und erfrischenden Art, auf die Simonett seine Erkenntnisse präsentiert, tut dies zum Glück keinen Abbruch, und so kann man die Biografie des Johann Stoffel nur wärmstens empfehlen.

 

Dienstag, 17. November 2020 / Quelle: Südostschweiz

VALSER GESCHICHTEN ZUM 1. AUGUST

 


DIE FERNWÄRME ERREICHT UNSERE HÄUSER

 

Im Mai 2019 beschloss die STWEG bei der ausserordentlichen Eigentümerversammlung, die Thermenhäuser zukünftig über die Fernwärme des "Wärmeverbund Vals" zu heizen.  Die bestehende Ölheizung soll nur noch die Spitzen im Winter abdecken oder als Backup dienen.

 

Das Gebäude der Fernwärme-Zentrale zur Energiegewinnung ist mittlerweile fertiggestellt. Nun stehen die aufwendigen Arbeiten für den Ausbau des Leitungsnetzes an. Der Anschluss zum House of Architects, wo unsere lokale Heizzentrale untergebracht ist, wird in diesen Tagen erstellt. Wann genau die Wärme des Wärmeverbundes bezogen werden kann, ist noch unklar.

 

28. Juni 2020


Verkauf der Therme Vals ist korrekt abgelaufen

Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat das Verfahren im Zusammenhang mit dem Verkauf der Therme Vals an das Unternehmen von Remo Stoffel eingestellt. Das Verfahren lief unter anderem wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung, nachdem die Bündner Regierung Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht hatte.

 

Die Bündner Regierung hatte bei der Staatsanwaltschaft vor rund drei Jahren Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Der Verdacht: ungetreue Geschäftsbesorgung im Zusammenhang mit dem Verkauf der Therme Vals. Nun hat die Staatsanwaltschaft Graubünden das Verfahren eingestellt, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Den damaligen Verwaltungsräten der Hotel und Thermalbad Vals AG wurde vorgeworfen, im Auftrag der Gemeinde Vals Verhandlungen über den Verkauf der Aktien der Gesellschaft geführt und dabei zum Nachteil der Gemeinde gehandelt und sich selber unrechtmässig bereichert zu haben. Sie hätten veranlasst, dass dem Kaufangebot der Stoffelpart, dem Unternehmen von Remo Stoffel, eine Unterbewertung der Gesellschaft zugrunde liege.

 

Ausserdem wurde den Verwaltungsräten vorgeworfen, in diesem Zusammenhang mit der Stoffelpart eine Vereinbarung abgeschlossen haben. Dabei hätten sie unter Verletzung ihrer Pflichten eine Vermögensschädigung, respektive eine Vermögensgefährdung, zum Nachteil der Therme verursacht. Sie sollen sich dabei unrechtmässig selber bereichert haben, indem sie sich seitens der Käufer zusichern liessen, auch nach einem Verkauf der Aktien der Gesellschaft weiterhin als deren Verwaltungsräte eingesetzt zu bleiben.

Zugleich soll sich durch den Kauf der Aktien unter Wert die Stoffelpart unrechtmässig bereichert haben. Und Besitzer Remo Stoffel soll ausserdem die beiden Verwaltungsräte zu ihrem unrechtmässigen Handeln angestiftet haben.

 

Mittwoch, 13. Mai 2020 / Quelle: Südostschweiz

 

 

NEUER SKIRAUM FÜR DAS HAUS TOMÜL

 

Während die Häuser House of Architects und Zerfreila bereits über einen Skiraum verfügten, fehlte eine solche Einrichtung im Haus Tomül. Mit der Möglichkeit, den ehemaligen Verwaltungsraum neu zu nutzen, entschieden die Eigentümer an der EV 2019, diesen als Skiraum auszubauen. Pünktlich zu Beginn der Skisaison 2019/20 steht dieser nun den Bewohnern zur Verfügung. 

 

23. Dezember 2019


Bundesgericht lässt Baupläne für Ferienhäuser in Vals platzen

Das Bundesgericht hat zwei Baugesuche für Ferienhäuser in Vals aufgehoben, die als touristisch bewirtschaftete Zweitwohnungen geplant waren. Die Häuser liegen mehrere Kilometer vom damit verbundenen Hotel entfernt, sodass die betriebliche Einheit fehlt.

 

Es sei unwahrscheinlich, dass die Feriengäste der im Weiler Leis geplanten Ferienhäuser die Angebote und die Infrastruktur des Hotels in Vals nutzen würden, schreibt das Bundesgericht in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil. Vielmehr könne davon ausgegangen werden, dass die Gäste aufgrund der Distanz von rund 3,5 Kilometern das Hotel nur zum Schlüsselholen und -zurückbringen aufsuchen würden.

 

Insofern reicht der zwischen Hotel und Bauherren abgeschlossene Bewirtschaftungsvertrag nicht für eine Bewilligung von touristisch bewirtschafteter Zweitwohnungen aus, führt das Bundesgericht aus. Das Kriterium des einheitlichen Betriebs setze vielmehr einen gewissen räumlichen Zusammenhang voraus.

 

Die Entstehung der entsprechenden Bestimmung zeigt laut Bundesgericht, dass dem Gesetzgeber eine kommerzielle Bewirtschaftung durch eine Vermarktungs- und Vertriebsorganisation allein nicht reichte. Das Parlament habe eine Gefahr des Missbrauchs gesehen, wenn touristische Wohnungen ausserhalb einer hotelähnlichen Struktur angeboten würden.

Das Gesetz verlange objektive und kontrollierbare Elemente, um sicherzustellen, dass die Wohnungen langfristig touristisch bewirtschaftet werden, schreibt das Bundesgericht in seinen Erwägungen. Ein Bewirtschaftungsvertrag könne hingegen mit Einverständnis der beiden Parteien jederzeit aufgelöst werden.

 

Keine Planungszone

 

Die Gemeinde Vals hatte 2017 die Baubewilligungen unter Auflagen erteilt - auch bezüglich des Bewirtschaftungsvertrags. Eine Beschwerde des Vereins Helvetia Nostra wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ab. Das Bundesgericht hat dem Verein nun im Hauptpunkt Recht gegeben.

Abgewiesen haben die Lausanner Richter den Antrag, für die unüberbauten Parzellen im Weiler Leis eine Planungszone zu verfügen. Der damit einhergehende Baustopp sollte genutzt werden, um die Auszonung gewisser Parzellen zu überprüfen.

 

In der Gemeinde Vals beträgt der Zweitwohnungsanteil weit über 20 Prozent. Deshalb dürfen keine Zweitwohnungen mehr gebaut werden. Die Gemeinde verfügt zudem über zu grosse Baulandreserven und muss deshalb ihren Bau- und Zonenplan überarbeiten.

 

Donnerstag, 03. Oktober 2019 / Quelle: Südostschweiz.ch / Agentur sda

 

 

Frauenpower im 7132 Hotel in Vals

Die versierte Hotelière Katrin Rüfenacht ist die neue General Manager im 7132 Hotel. Sie übernimmt per 1. November 2019 die operative Führung des 7132 Hotels und der 7132 Therme in Vals.

 

Katrin Rüfenacht (41) verfügt über eine grosse Führungserfahrung. Sie war während 11 Jahren für die Giardino Group tätig. Zunächst in der Position F&B und Event Manager und anschliessend während der letzten acht Jahre als General Manager im Giardino Mountain. Sie führte das luxuriöse Boutique-Hotel in Champfèr bei St. Moritz seit der Eröffnung und war massgeblich für die erfolgreiche Positionierung des Hotels und dessen wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich.

 

Katrin Rüfenacht (eidg. diplomierte Hotelière SHL) tritt die Nachfolge von Beat Fleischmann an, der eine neue berufliche Herausforderung annehmen will. Hans-Peter Domanig, Präsident des Verwaltungsrates: «Wir danken Beat Fleischmann für sein grosses Engagement und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. Gleichzeitig freuen wir uns sehr, mit Katrin Rüfenacht eine charismatische Gastgeberin und innovative Managerin gewonnen zu haben. Wir sind überzeugt, dass sie das 7132 Hotel erfolgreich in die Zukunft führen wird.»

 

Philippe Frutiger, CEO Giardino Group: «Wir danken Katrin Rüfenacht für ihr grosses Engagement für die Giardino Group in den vergangenen elf Jahren. Ihre Persönlichkeit und langjährige Erfahrung leisteten einen enormen Beitrag zur Erreichung der höchsten Gästezufriedenheit. Wir wünschen ihr auch weiterhin so grossen, beruflichen Erfolg.» Frutiger übernimmt zum Start der Wintersaison das Interimsmanagement des Fünf-Sterne-Hauses. Nur einen Steinwurf von St. Moritz entfernt, ist Giardino Mountain eines von vier Häusern der Schweizer Luxushotelgruppe Giardino Group. Das Designhotel verfügt über 78 Zimmer und Suiten, das 2-Sterne-Restaurant Ecco, das Restaurant Hide & Seek und das Engadiner Restaurant «Stüva». Im dipiù Spa entspannen die Gäste nach einem ereignisreichen Tag in den Bergen.

 

Katrin Rüfenacht freut sich auf ihre neue Herausforderung: «Nach acht erfolgreichen und mit viel Herzblut geprägten Jahren im Hotel Giardino Mountain bin ich bereit für eine neue, spannende Herausforderung. Als passionierte Gastgeberin freue ich mich sehr, gemeinsam mit dem 7132 Team dem einzigartigen Luxushotel in Vals – mit Architektur und Gastronomie auf Top-Niveau – eine persönliche Note zu verleihen.»

 

Samstag, 26. September 2019 / Quelle: Pressemitteilung 7132

 

 

Valser «Chästeilet»:
 Ein sehr gutes Käse-Jahr

Am Montagmorgen holten die Bauern auf der Alp Selva in Vals bei der «Chästeilet» den ihnen zustehenden Käse auf der Alp ab. 68 Kühe haben diesen Sommer 54'900 Liter Milch produziert. Daraus entstanden 780 Käse und 100 Mutschli, gesamthaft gut 4700 Kilogramm Käse - ein sehr gutes Jahr.

 

Montag, 16. September 2019 / Quelle: Südostschweiz

 

 

Ausgezeichnetes 2018 für Vals

Am Freitagabend hat die Valser Gemeindeversammlung die Jahresrechnung vom Jahr 2018 genehmigt.

 

Mit einem Ertragsüberschuss von über eine Million Franken bzw. über 700'000 Franken über dem Budget schliesst die Rechnung sehr gut ab, teilt die Gemeinde per Medienmitteilung mit. «Zu verdanken ist dies hauptsächlich Mehreinnahmen bei den Steuern», schreibt Stefan Schmid, Gemeindepräsident, in der Mitteilung. Die Investitionen betragen 3.4 Millionen Franken brutto - 1.1 netto. 

Zudem gibt es nun auch freie Bahn für den geplanten Sennerei-Neubau der Sennereigenossenschaft Vals. Der Neubau wurde mit einem Beitrag 300'000 Franken bewilligt und soll rund 3.5 Millionen kosten. Ausserdem wurde die Erstellung eines neuen Wasserreservoirs von der Versammlung mit einem Nachtragskredit von 700'000 Franken bewilligt. 

Zum Schluss wurde noch das Einbürgerungsgesuch einer Schweizer Gesuchstellerin genehmigt. 

 

Samstag, 06. Juli 2019 / Quelle: Südostschweiz.ch

 

 

Valser Lebensretter werden für ihre Tat geehrt

Zwei Mitarbeiter der Valser Mineralquellen AG haben genau richtig gehandelt, als ein Arbeiter plötzlich Herzprobleme bekam. Sie retteten ihm das Leben und wurden dafür zu den Betriebssanitätern des Jahres 2018 gekürt.

 

Corinne Raguth Tscharner

 

Am Valentinstag 2018 retteten die Betriebssanitäter Urs Berni und Richard Huber von der Valser Mineralquellen AG das Leben eines Monteurs, der gerade im Bündner Betrieb tätig war. Sie hätten in einem schweren Notfall richtig und vorbildlich gehandelt, schreibt die Schweizer Vereinigung für Betriebssanität (SVBS) in einer Mitteilung und verleiht den beiden Bündnern dafür den SVBS Award 2018. Damit können sich Berni und Huber Betriebssanitäter des Jahres nennen.

 

Der 14. Februar 2018

«Ich war im Büro, als ich den Anruf bekam, dass ich schnell ins Sanitätszimmer kommen solle», erzählt Urs Berni, der die Betriebssanität der Valser Mineralquellen leitet und dort als Disponent tätig ist. Dort angekommen findet Berni zwei Angestellte einer externen Firma vor. Einer von ihnen, der Monteur, wälzt sich auf der Liege und schreit vor Schmerzen. «Innert Sekunden habe ich realisiert, dass es dem Patienten wirklich nicht gut geht», so Berni, der zuerst an eine Nierenkolik denkt, da der Mann über starke Bauchschmerzen klagt. Kurze Zeit danach ist der Patient aber kaum noch ansprechbar. Es muss also etwas Ernsteres sein. Ein Herzinfarkt, wie sich später herausstellt.

 

Berni setzt den Defibrillator ein und alarmiert innerhalb von zwei Minuten Richard Hubert, der ebenfalls als Betriebssanitäter tätig ist und die Notrufzentrale alarmiert, die wiederum den Dorfarzt und die Rega benachrichtigt. Nur wenige Augenblicke später unterstützt ihn Hubert und der Dorfarzt trifft ein. «Es ist alles so schnell gegangen», meint Berni. Nach 20 Minuten trifft die Rega ein und nach 35 Minuten die Ambulanz, die den Patienten anschliessend zum Heli-Landeplatz bringt. Von da aus geht es mit der Rega ins Kantonsspital St. Gallen.

 

Schnelles Handeln ist ausschlaggebend

Dass an diesem Februartag alles so schnell ablief, lobt die SVBS. Berni betont jedoch, dass dies nicht nur ihm zu verdanken sei. «Glücklicherweise haben alle im Betrieb schnell reagiert und mich alarmiert. So konnte ich sofort reagieren. Auch die Unterstützung von Richard Hubert war eine grosse Hilfe.» Genau das sei dem Patienten schlussendlich zu Gute gekommen. «Es war auch hilfreich, dass ich schon viel Erfahrung habe», so Berni weiter. Er ist seit rund 15 Jahren als Betriebssanitäter tätig und besucht regelmässig Auffrischungskurse. «Man muss dafür leben, immer dran bleiben und vor allem Freude an der Tätigkeit haben.

 

Dankbarkeit spürbar

Es ist ein schönes Gefühl einem Mitmenschen das Leben zu retten», meint Berni, auch wenn ihm diese Tatsache nicht gleich nach dem medizinischen Notfall Bewusst geworden war. Am meisten gefreut habe er sich über die Erleichterung und Dankbarkeit der Familie des Monteurs. Nach dem Spitalaufenthalt fuhr dieser mit seinem Sohn nach Vals zurück, um sich persönlich bei Berni und seinen Kollegen zu bedanken.

 

Samstag, 06. April 2019 / Quelle: Südostschweiz.ch

 

 

Stiftung für Therme Vals rückt näher

Mitte des Jahres soll der Valser Gemeindeversammlung die Überführung der Felsentherme in eine Stiftung vorgelegt werden, berichtet die «Südostschweiz».

 

Urs Honegger

 

«Die Verhandlungen mit Immobilienunternehmer und Therme-Besitzer Remo Stoffel tragen offenbar bald Früchte», schreibt die «Südostschweiz»: Wie der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend bekanntgeben konnte, seien die gemeinsamen Gespräche mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Errichtung einer Stiftung für die Felsentherme von Peter Zumthor Mitte Jahr dem Souverän zum Entscheid vorgelegt werden kann. Zudem habe Stoffel respektive die Priora AG die Ende März fällige zweite Teilzahlung von 1,5 Millionen Franken an den Bau der neuen Mehrzweckhalle laut Schmid vereinbarungsgemäss geleistet, berichtet die «Südostschweiz».

 

Montag, 01. April 2019 / Quelle : Hochparterre.ch

 

 

Valser Schulhaus und Mehrzweckhalle neu am Fernwärmenetz

An der Valser Gemeindeversammlung am Freitag werden Kredite im Wert von 500'000 Franken gesprochen. Unter anderem soll das Schulhaus und die neue Mehrzweckhalle ans Fernwärmenetz der Wärme Vals AG.

 

Die Valser Gemeindeversammlung bewilligte am Freitag den Anschluss des Schulhauses und der neuen Mehrzweckhalle an den Wärmeverbund. Die Heizenergie soll somit neu über das Fernwärmenetz der Wärme Vals AG bezogen werden. Dafür wurde ein Kredit von 200'000 Franken gesprochen. Das teilt die Gemeinde in einer Mitteilung mit.

 

Weiter stimmte die Versammlung der Sanierung der WC-Anlagen im Gemeindehaus, die mit 170'000 Franken budgetiert ist, zu. Auch der Kredit über 130'000 Franken für die Instandstellung von Waldstrassen wurde genehmigt. Über die Teilrevision der Ortsplanung, die geringfügige Anpassungen in der Ortsplanung enthält, soll an der Urne abgestimmt werden.

 

Stiftung Felsentherme

Gemeindepräsident Stefan Schmid bestätigt zudem, dass die Verhandlungen mit Remo Stoffel über die Errichtung der Stiftung Felsentherme weit fortgeschritten sind. Ziel beider Parteien sei es, das Projekt Mitte Jahr der Gemeindeversammlung unterbreiten zu können. Ausserdem habe Remo Stoffel bzw. die Priora AG die zweite Teilzahlung von 1,5 Mio. Franken an den Neubau der Mehrzweckhalle vereinbarungsgemäss geleistet, heisst es in der Mitteilung weiter.

 

Samstag, 30. März 2019 / Quelle: Südostschweiz.ch

 

 

Stoffel fusioniert Valser Therme und überschuldetes Hotel

Der Bündner Immobilienunternehmer integriert das «7132 Hotel» mit der Zumthor-Therme in sein Unternehmen.

 

Der Bündner Immobilienunternehmer Remo Stoffel integriert sein «7132 Hotel» mit der bekannten Therme im Bergdorf Vals in die Priora Suisse in Chur. Das Hotel steckt gemäss amtlich veröffentlichten Zahlen in den Schulden.

 

Wie aus der am Dienstag im Bündner Kantonsamtsblatt publizierten Mutationsnotiz hervorgeht, übernimmt die Priora Suisse AG in Chur die Aktiven und Passiven der 7132 AG in Vals. Gemäss Auszug stehen Aktiven von 109'819'054 Franken Passiven (Fremdkapital) von 153'696'207 Franken gegenüber.

 

Es lägen Rangrücktrittserklärungen im Umfang der Unterdeckung und der Überschuldung sowohl der übernehmenden als auch der übertragenden Gesellschaft vor, hiess es weiter. Rangrücktrittserklärungen kommen ins Spiel, um wegen Überschuldung nicht den Richter einschalten zu müssen. Mit dem Rangrücktritt verzichtet ein Gläubiger im Konkursfall auf die Begleichung einer Forderung.

 

Stoffel dementiert

Remo Stoffel liess auf Anfrage schriftlich ausrichten, er habe mit diesen Entscheidungen in der Schweiz einfache, klare Unternehmens-Strukturen geschaffen, um international industriell zu wachsen. Die Entscheide hätten mit dem Geschäftsgang der 7132 AG nichts zu tun.

 

Über die Finanzen seines Unternehmens will Stoffel generell nicht kommunizieren. Er teilte mit: «Als privat gehaltene Firma haben wir keine Veranlassung, uns zu einzelnen Unternehmen der Gruppe zu äussern. Ein privates Unternehmen muss die süssen Früchte des Unternehmenserfolges nicht mit der Öffentlichkeit teilen.»

 

Therme mit im Paket

Sozusagen mitfusioniert mit dem Hotel wird die bekannte Therme in Vals, geschaffen vom bekannten Architekten Peter Zumthor. Die Baute aus Platten des Valser Quarzit hatte Stoffel im März 2012 erworben. Die Umstände dieses Verkaufs sind in Graubünden immer noch Gegenstand einer Untersuchung durch einen ausserordentlichen Staatsanwalt.

 

Vor zwei Jahren stimmte die Gemeindeversammlung der Überführung der Therme in eine Stiftung der Gemeinde zu. Eine der Bedingungen damals: Stoffel behielt das Nutzungsrecht des Bades.

 

Die Fusion ist auch auf der Gemeindeverwaltung in Vals zur Kenntnis genommen worden. Gemeindepräsident Stefan Schmid sagte auf Anfrage, für die Gemeinde Vals ändere sich dadurch nichts, abgesehen davon, dass es im Zusammenhang mit den bestehenden Verträgen einen neuen Ansprechpartner gebe. (sda)

 

Dienstag, 12. März 2019 / Quelle: Tagesanzeiger

 

 

Wieder zwei Sterne für Vals

Grosse Überraschung bei der Gala des «Guide Michelin» in Luzern. Das «Silver» in Vals darf seine zwei Sterne behalten, dabei wurde erst im Mai der Küchenchef gewechselt. Mitja Birlo zeigt sich überwältigt.

 

Ruth Spitzenpfeil

 

Er hatte gar keine Einladung bekommen an die grosse Gala von «Guide Michelin» im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL). Und trotzdem war Mitja Birlo gestern wahrscheinlich der glücklichste Koch der Schweiz. Ein alter Kollege gab die gute Nachricht per Whatsapp von Luzern nach Vals durch: Die zwei Sterne für das Restaurant «Silver» in Remo Stoffels «7132 Hotel» bleiben erhalten. Damit hat der 32-Jährige geschafft, was ihm kaum jemand zutraute. Erst im vergangenen Mai hatte er die Leitung übernommen nach dem abrupten Abgang von Shooting-Star Sven Wassmer. Normalerweise reagiert die Bibel des guten Geschmacks skeptisch auf ein solches Manöver. Doch jetzt ist klar, dass der renommierte Gourmetführer die Leistung des früheren Sous-Chefs gleich hoch bewertet wie die seines Vorgängers.

 

«Ich habe die zwei Sterne verteidigt; jetzt sind sie meine. Da bin ich brutal stolz drauf.» Mitja Birlo, Küchenchef «Silver» in Vals

«Es ist unbeschreiblich», sagt Birlo, der nach der ausgebliebenen Post von «Michelin» mit dem Schlimmsten gerechnet hatte. Er kann sich nicht erklären, warum er nicht an die Verleihung eingeladen wurde. Aber das war ihm am Dienstagabend völlig egal. «Ich habe die zwei Sterne verteidigt; jetzt sind sie meine. Da bin ich brutal stolz drauf.» Birlo verweist auf die Teamleistung, die das möglich gemacht hat. Er war vom ersten Tag des «Silver» dabei und konnte nach der Übernahme fast auf die gesamte angestammte Crew bauen. Er stellte «mit Volldampf» das Menü um und änderte alles, was den Stempel von Wassmer trug. Die Küche sei jetzt weniger puristisch als früher, sagt er. Die Tester des Guide haben es offensichtlich goutiert.

 

Ein Berliner in St. Moritz

Ein neuer Stern für Graubünden geht nach St. Moritz – und zwar in ein Hotel, das Tourismusgeschichte geschrieben hat. Das mehr als 160-jährige «Hotel Kulm» darf nun erstmals eines seiner Restaurants mit der «Michelin»-Auszeichnung schmücken. Zu verdanken hat es dies dem Berliner Tim Raue, der neben seinen Unternehmen in Deutschland im Winter jeweils das «The K by Tim Raue» im Grandhotel betreibt. Die Verbindung entstand einst durch einen Gastauftritt Raues am Gourmet-Festival.

 

Caminada unangetastet

Auf den «Guide Michelin», den der französische Reifenhersteller für die Schweiz erstmals im Jahr 1908 herausgegeben hatte, mussten die Gourmets diesmal zwei Monate länger als üblich warten. Dafür hat man diesmal die Bekanntgabe der Gewinner gross aufgezogen. Doch so manch gestandener Meister dürfte mit einem etwas mulmigen Gefühl ins KKL gereist sein. Denn die Tester des Guide hatten zuvor in Frankreich den Göttern im Koch-Olymp das Fürchten gelehrt. Gleich drei berühmte Küchenchefs verloren ihren dritten Stern, darunter die elsässische Kochlegende Marc Haeberlin, dessen «Auberge de l’Ill» in Illhäusern die höchste Auszeichnung mehr als 50 Jahre innehatte.

 

Ein ähnliches Drama hat sich in der Schweiz nicht abgespielt. Im Gegenteil: Es wurden so viele Sterne wie noch nie vergeben, insgesamt 128. Herabgestuft wurde aufgrund mangelnder Leistungen niemand; dies geschah nur – wie etwa beim «Weiss Kreuz» in Malans – aufgrund eines Pächterwechsels.

 

Graubünden hat seine führende Stellung als Genusskanton beibehalten. Und einsam an der Spitze steht weiterhin Andreas Caminada mit seinem Restaurant auf «Schloss Schauenstein» in Fürstenau. Seine drei Sterne wurden souverän bestätigt. «Ganz sicher sein kann man sich bei ‘Michelin’ ja nie», sagt der Bündner. Aber er habe ein gute Gefühl gehabt. «Wir wissen, dass wir jeden Tag an der Front einen guten Job machen und uns stetig weiterentwickeln.»

 

Wie schon im letzten Jahr kann sich Caminada sogar über insgesamt fünf Sterne freuen. Denn seine beiden «Igniv»-Ableger in St. Moritz und Bad Ragaz haben jeweils einen Stern erobert. Doch diese Lorbeeren will der Star gerne seinen Zöglingen Marcel Skibba und Silvio Germann überlassen. «Das sind ihre Restaurants und ihr Verdienst.» Er selbst freut sich, dass neben dem Schloss nun seine weiteren Projekte in Fürstenau gedeihen. Die Bäckerei sei nun wieder geöffnet; das Gasthaus folge im Mai.

 

Mittwoch, 06. Februar 2019 / Quelle: Südostschweiz.ch

 

 

«Das erste Freilicht-Kunsthaus weltweit»

Zonentypen gibt es viele in der Raumplanung. In Vals kommt vielleicht bald ein Novum dazu: Ein Team arbeitet mit der Gemeinde an einer alpinen Kunstzone.

 

Jano Felice Pajarola

 

Gesucht werden die besten Künstler – im Fussball wäre es die Champions League.

Es befindet sich einiges im Umbruch im Valser Tourismus. Eine Strukturreform in den Tourismusorganisationen ist angedacht, das neue Finanzierungsmodell der Sportbahnen wird umgesetzt – Themen, über die die Bevölkerung am Samstagabend öffentlich informiert wurde.

 

Erstmals im Detail vorgestellt wurde auch ein ganz besonderes Projekt: die Kunstzone Vals. Unter dem Titel «Valser Weg» sollen Kunstwerke «in einer weiten, offenen alpinen Landschaft» ermöglicht werden, wie es im Konzept zur Zone heisst. Diese ist gedacht als neues Element in der Raumplanung, sie soll bestehende Zonen überlagern, ohne die heute üblichen Bewirtschaftungen und Regelungen zu tangieren, und von bleibender Dauer sein. Entwickelt hat die Idee ein Team unter der Leitung von Pius Truffer in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde – dem Team gehören auch Gemeindepräsident Stefan Schmid und Tourismusvorsteher Ralf Brot an.

 

Acht Quadratkilometer gross

Entstehen solle, sagt Truffer, «das erste Freilicht-Kunsthaus weltweit», in einer Berggegend von rund acht Quadratkilometern Grösse. Konkret geht es um das Areal von der Leisalp im Norden bis zum Weiler Frunt und Zerfreila im Süden. Höhenmässig soll die Zone auf rund 1800 Metern über Meer entlang der Wanderroute von Gadastatt nach Frunt beginnen und bis hinauf zur Bergkette um Piz Aul, Schwarzhora und Dachberg reichen. Von der Zone ausgenommen wären definierte Gebiete von nationalem Schutzinteresse und Gefahrenzonen. Was im Konzept betont wird: Der «Valser Weg» ist nicht als Themenpfad gedacht, an dessen Rand «irgendwelche Kunstobjekte» zu stehen kommen. «Und wir sprechen auch nicht von einer Kunstausstellung wie zum Beispiel in Bad Ragaz», ergänzt Truffer. Man habe vielmehr den Anspruch, in einer eigens dafür geschaffenen Zone ein «Berg- und Kulturerlebnis» zu bieten.

 

Keine «Show-off-Spektakel»

Aufgegriffen werden sollen Themen des Tourismus oder der Lebensformen in den Bergen; in der künstlerischen Umsetzung innerhalb der Zone sollen diese Themen dann mit spezifischem Valser Bezug reflektiert werden. Von «Show-off-Spektakeln» und «Marketing-Attraktionen» grenze man sich dabei klar ab.

 

Einen Platz finden sollen in der Zone nicht nur bildende Kunst und Bildhauerei: Auch Musik, Literatur, Theater und Tanz, Film, Lichtinstallationen und digitale Medien sind laut Konzept als Formen denkbar.

 

Die Gemeinde plant eine gemeinnützige Organisation auf Basis eines Vereins für die Kunstzone aufzubauen – und sie wird auch bei der Finanzierung eine tragende Rolle spielen, wie dem Konzept zu entnehmen ist. Über Investitionsgrössen könne zum heutigen Zeitpunkt noch nichts gesagt werden. Unterstützung versprochen hat Remo Stoffel; als Projektpartner wird die 7132 AG erwähnt.

 

Therme tageweise günstiger

Neuigkeiten zu vermelden gibt es zur Therme. Ab heute ist sie montags und dienstags wieder geöffnet, wie Visit Vals am Freitag via Inserat einen Bericht im «Bündner Tagblatt» bestätigte. Im Zuge der Fünf-Tage-Woche im Hotel «7132» war das Bad an den beiden ersten Wochentagen geschlossen worden; nun ist es dank einer neuen Vereinbarung mit «7132»-Eigentümer Stoffel von 11 bis 18 Uhr zugänglich. Eintrittskarten für Montag und Dienstag sind bei Visit Vals erhältlich, die Tourismusorganisation ist dann auch für den Betrieb des Bades verantwortlich. Und: Die Eintritte kosten für Tagesgäste nicht die sonst üblichen 80, sondern nur 55 Franken.

 

Die Tourismusorganisation Visit Vals notabene soll es in der heutigen Form bald nicht mehr geben. Gemäss Gemeindepräsident Schmid sollen die bestehenden Organisationen – Visit Vals, die Sportbahnen-AG und die Valser Marketingkommission – in einer einzigen neuen AG zusammengefasst werden. Durch den Erwerb von Aktien sollen sich Leistungsträger aus dem Tal an der Gesellschaft beteiligen können. Und jene Gruppierungen, die mit dem neuen Finanzierungsmodell des Tourismus Beiträge ins System leisten – also Hotellerie, Gewerbe, Parahotellerie, Zweitwohnungsbesitzer und die Gemeinde – sollen im Verwaltungsrat vertreten sein. Die neue Struktur soll Mitte dieses Jahres eingeführt werden, wie Schmid erklärt.

 

Montag, 28. Januar 2019 / Quelle: Südostschweiz.ch

 

 

Valser Tourismus soll eine Reform erleben

Am Samstag hat eine Arbeitsgruppe in Vals über die Absichten und Ziele einer Reorganisation der Valser Tourismusstrukturen informiert. Es soll eine neue Gesellschaft «Visit Vals AG» entstehen.

 

In Vals sollen alle touristisch relevanten Aktivitäten in einer einzigen, schlanken Organisation zusammengefasst werden, sodass nur eine Gesellschaft für die Tourismusentwicklung in Vals zuständig ist, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

 

Aus diesem Grund sollen die drei heute bestehenden Organisationen Sportbahnen Vals AG (Skigebiet), Visit Vals (Tourismusinformationsbüro, Skischule, touristisches Angebot) und Marketing Vals (Werbung, Marketing) in eine neue Gesellschaft «Visit Vals AG» zusammengeführt werden.

 

Die Gemeinde solle massgeblich an der neuen Gesellschaft beteiligt sein, wie dies bereits bei den Sportbahnen der Fall sei. Verschiedene Angebote (Gondelbahn, Wanderbus, Betrieb des Informationsbüros) erfülle die neue Organisation mittels Leistungsaufträgen, welche die Gemeinde im Herbst beschlossen habe.

 

Die neue Gesellschaft werde für die Gästeerlebnisse im Ort, die Gästeinformation, die Vermarktung des Ortes, für Infrastrukturen, insbesondere Betrieb des Skigebiets Vals 3000 und die Gastronomie im Skigebiet zuständig sein.

 

Es ist vorgesehen, die neue Struktur auf etwa Mitte Jahr einzuführen, wie es abschliessend heisst.

 

Sonntag, 27. Januar 2019 / Quelle Südostschweiz

 

 

Gnädige Aktionäre bei der Sportbahn Vals

Nachdem die Valser Gemeindeversammlung dem Finanzierungskonzept der Valser Sportbahnen zugestimmt hat, zieht nun auch die Sportbahnen Vals AG nach: Die Aktionäre stimmten einer Nennwertreduktion jeder Aktie um 90 Franken zu.

 

Eine Woche nach der Gemeindeversammlung in Vals haben nun auch die Aktionäre der Sportbahnen Vals AG einer Bilanzsanierung zugestimmt. Das Aktienkapital wurde von 4,12 Millionen auf 412'000 Franken massiv reduziert. Die Aktionäre waren gnädig und äusserten keine Einwände gegen die Bilanzsanierung.

 

Urnenabstimmung folgt

Der Jahresverlust der Sportbahnen Vals AG beträgt gut 600'000 Franken. Werden die Verluste aus den Vorjahren dazugerechnet resultiert unter dem Strich ein Bilanzverlust von über 2,7 Millionen Franken.

 

Mit diesen Zahlen standen die Sportbahnen vor dem Aus. Retter in Not war die Gemeindeversammlung, die kürzlich einem Finanzierungskonzept zustimmte, wonach die Gemeinde auf eine ausstehende Forderung in Höhe von 3,2 Millionen verzichtet. Zusätzlich garantiert die Gemeinde laut dem Versammlungsbeschluss einen jährlichen Betriebsbeitrag in Höhe von 900'000 Franken. Allerdings müssen die Valser diesen Entschied am 25. November an der Urne noch absegnen. 

 

Mit diesem Konzept können künftig Einheimische, Feriengäste und Auswärtige gratis mit der Gondelbahn von Vals nach Gadastatt fahren. Weiter sollen günstige Skitageskartenpreise in der Höhe von 33 Franken beziehungsweise 333 Franken für das Saisonabo, Schneesportbegeisterte nach Vals locken.
Finanziert werden die Sanierungspläne über eine Erhöhung der Liegenschaftssteuer, eine neue Beherbergungsabgabe und einem jährlichen Beitrag aus dem allgemeinen Haushalt.

 

Sonntag, 21. Oktober 2018 / Quelle: Südostschweiz

 

 

Der erste Valser Herbstlauf ist Geschichte

In Vals wurde am Wochenende eine Premiere gefeiert. Mehr als 100 Läuferinnen und Läufer konnten während des Herbstlaufes das schöne Wetter geniessen.

 

Am Sonntag feierte der erste Valser Herbstlauf seine Premiere. Laut einer Medienmitteilung verzeichnete die Strecke von Vals auf dem alten Zervreilaweg zur Staumauer und über Frunt weiter zum Ziel auf der Gadastatt über 100 Teilnehmende.

 

Der Sieger, Marcel Berni, brauchte dafür ziemlich genau eine Stunde (1:00:40). Mit dem amtierenden Team-Europameister im Halbmarathon, gewann ein Athlet mit Valser Wurzeln. Bei den Frauen setzte sich Ornella Poltéra mit einer Zeit von 1:20:58 durch.

 

Der zweite Valser Herbstlauf findet am Sonntag, 6. Oktober 2019 statt.

 

Mittwoch, 17. Oktober 2018 / Quelle: Südostschweiz

 

 

Valser wollen ihre Sportbahnen retten

Die Sportbahnen Vals standen vor dem Aus. Nach langwierigen Diskussionen und Varianten-Prüfungen und Umfragen haben die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung am Freitag über das Modell «Gadastatt included» abgestimmt und diesem mit grossem Mehr den Segen gegeben.

 

Vor rund einem Jahr lagen die Sportbahnen Vals praktisch am Boden, die Zukunft war mehr als unsicher. Nun haben die Stimmbürger von Vals dem Plan zur Sanierung und Rettung der Bahnen an der Gemeindeversammlung am Freitagabend ihren Segen erteilt.

 

Dazwischen lagen Monate der Diskussionen, von Arbeitsgruppen, mehreren Rettungs-Varianten, über die gestritten wurde, einer Online-Umfrage und letztlich jenem Sanierungskonzept, das jetzt umgesetzt werden kann sofern die Stimmbevölkerung dem Konzept auch noch an der Urnenabstimmung vom 25. November ihren Segen gibt. 

 

Modell «Gadastatt included»

Dieses Modell beinhaltet den Verzicht von einigen Gläubigern auf ihre Forderungen und eine Garantie für Amortisation, wie der Gemeinderat Anfang September vorgeschlagen hatte. Das Modell «Gadastatt included» sieht vor, dass die Gemeinde einen jährlichen Betriebsbeitrag über 900'000 Franken garantiert. Dafür ist die Nutzung der Gondelbahn Gadastatt gratis und die Ski-Tickets sehr günstig.

 

Finanziert werden diese 900'000 Franken durch eine minime Erhöhung der Liegenschaftssteuer von 1 auf 2 Promille, eine neue Beherbergungsabgabe und einem jährlichen Beitrag aus dem allgemeinen Haushalt. 

 

 

Samstag, 13. Oktober 2018 / Quelle: Südostschweiz

 

 

Vals erfüllt sich einen 30-jährigen Traum

Am Montag erfolgte in Vals der Spatenstich zur neuen Mehrzweckhalle. Im neuen Gebäude sollen neben der Turnhalle eine Arztpraxis, Physiotherapie- und Fitnessräume sowie Sitzungsräume Platz finden.



 

Was lange währt wird endlich gut: 30 Jahre dauerten die Diskussionen rund um eine neue Mehrzweckhalle in Vals, am Montag schliesslich erfolgte der Startschuss in die Zukunft. Im Beisein der Lehrerschaft, des Gemeindevorstandes, des Investors Remo Stoffel und Dorfarztes Ingo Kaczmarek erfolgte der Spatenstich des lange ersehnten Baus.

 

Gemeindepräsident Stefan Schmid sei überzeugt, dass die neue multifunktionale Infrastruktur zur Attraktivität von Vals als Wohnort beitragen werde. Dabei sei die Planung des neuen Gebäudes anspruchsvoll gewesen: Einerseits erfordere der Standort am Hang südlich des Schulhauses Hangsicherungsmassnahmen, anderseits mussten verschiedene Bedürfnisse auf begrenztem Raum untergebracht werden. «Die Architekten und Ingenieure haben die Aufgabe sehr gut gelöst», fand Schmid. Der Bau füge sich ins Dorfbild ein und werde dennoch einen markanten Akzent beim bestehenden Schulhaus setzen.

 

Kosten im Plan

Das neue Gebäude, das eine Mehrzweckhalle mit einem Normspielfeld für den Sport, eine Arztpraxis, Physiotherapie- und Fitnessräume sowie Sitzungsräume umfasst, soll im Frühling 2020 fertiggestellt werden. Aufgrund der bisherigen Bauvergaben soll der Kostenrahmen von 14,5 Millionen Franken eingehalten werden können, heisst es in einer Mitteilung. 4,561 Millionen davon steuert Investor Remo Stoffel bei. Dieser Beitrag wurde im Zusammenhang mit dem Verkauf des Hotels Therme an Stoffel im Jahr 2012 zugesichert.

 

Dienstag, 21. August 2018 / Quelle: Südostschweiz

 

 

Tourismusfinanzierungs-Modelle

Modell 1 «all included» und Modell 2 «Gondelbahn bis Gadastatt included» bleiben im Rennen.

Umfrageergebnisse zu den Tourismus-Finanzierungsmodellen in Vals liegen vor

 


Im Sommer 2017 wurden erste Ideen zur Rettung der Sportbahnen Vals AG bei der Bevölkerung zur Diskussion gestellt. In einer ersten Online-Umfrage sprach sich eine grosse Mehrheit der Einheimischen und Zweitwohner für den Erhalt der Gondelbahn und des Skigebietes aus.

 


Basierend auf diesem Feedback und diversen Gesprächen mit Vertretern von Zweitwohnern und Beherbergern wurden vier konkrete Modelle zur zukünftigen Finanzierung der Sportbahnen Vals AG ausgearbeitet und der Öffentlichkeit am 25. Mai 2018 an einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung vorgestellt.

 


Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich wiederum alle interessierten Kreise an einer Online-Umfrage zu den präsentieren Modellen äussern. Bereits im Vorfeld der Umfrage hat die «Interessengemeinschaft der Zweitwohnungsbesitzer in Vals» ihre Unterstützung für Modell 2 «Gondelbahn bis Gadastatt included» bekundet.

 


Die Online-Umfrage wurde sehr rege genutzt. Insgesamt gingen 729 Antworten ein. Davon stammten 245 von Einwohnern, 457 von Zweitwohnern und 27 von Beherbergern. 92 % der Antwortenden gaben an, die Gondelbahn zu benutzen und 75 % der Antwortenden fahren im Winter auch Ski in Vals.

 


Die Präferenzen zu den verschiedenen Finanzierungsmodellen sind eindeutig:

 

• Bei allen drei Interessengruppen (Einwohner, Zweitwohner, Beherberger) findet das Modell 2 «Gondelbahn bis Gadastatt included» die höchste Akzeptanz. Bei allen Interessengruppen findet eine Mehrheit, es sei eine gute oder diskutierbare Lösung. Bei der Wahl zwischen den verschiedenen Modellen wird es bei allen Interessengruppen von mindestens 70 % der Antwortenden auf Platz 1 oder 2 gesetzt.

 

• Das Modell 1 «all included» polarisiert über alle Interessensgruppen hinweg stark. Bei den Einwohnern stösst es aber nach wie vor auf die grösste Zustimmung. Auch bei diesen ist aber die Zahl jener, die das Modell nicht unterstützen können fast ebenso hoch, wie die Zahl jener, die es eine gute Lösung finden. Bei den Beherbergern und Zweitwohnern finden jeweils zwei Drittel der Antwortenden, es sei eine schlechte Lösung, die sie nicht unterstützen können.

 

• Die Modelle 3 «Defizitgarantie» und 4 «1&2 Mixed» polarisieren zwar etwas weniger stark als Modell 1. Sie werden aber beide von der klaren Mehrheit der jeweiligen Interessengruppen als schlechte Lösungen abgelehnt.

 

Der Gemeinderat hat von den Umfrageergebnissen Kenntnis genommen und mit dem Verwaltungsrat der Sportbahnen Vals AG und dem Vorstand von Visit Vals Rücksprache genommen. Modell 2 «Gadastatt included» geniesst über alle Interessensgruppen betrachtet die breiteste Akzeptanz. Bei den Einwohnern stösst aber auch Modell 1 «all included» auf grosse Unterstützung. Weil bei beiden Modellen noch einzelne Fragen offen sind hat der Gemeinderat entschieden, vorerst beide Varianten weiter zu vertiefen.

 


In den nächsten Wochen werden die erforderlichen juristischen Abklärungen vorgenommen und Vorlagenentwürfe zu Handen der Gemeindeversammlung erarbeitet. Sobald entsprechende Vorschläge vorliegen, werden die Vertreter der Beherberger und der Zweitwohner informiert.

 


Die Umfrageergebnisse können hier eingesehen werden. Das Finanzierungskonzept, wie es anlässlich der Informationsveranstaltung vom 25. Mai 2018 vorgestellt worden ist, ist hier abrufbar.

 

Donnerstag, 5. Juli 2018 / Quelle: Gemeinde Vals

 

 

Widerstand der Zweitwohner

Die Gemeinde Vals will ihren Tourismus und die Sportbahnen neu finanzieren. Zur Diskussion stehen vier Finanzierungsmodelle. Gegen die favorisierte Option machen allerdings einige Zweitheimische mobil.

 

«In den nächsten Jahren geht es dem Ferienwohnungstourismus in Vals an den Kragen», schreibt Christian Ruef in einem Anfang Woche in dieser Zeitung erschienenen Leserbrief. Der Präsident der Interessengemeinschaft (IG) Zweitwohnungsbesitzer in Vals übt Kritik am geplanten «All included»-Finanzierungsmodell zur Rettung der angeschlagenen Sportbahnen Vals (SBV).

 

Die Bahnen und allenfalls weitere touristische Infrastrukturen sollen künftig von den Einheimischen und den Übernachtungsgästen kostenfrei genutzt werden können, im Gegenzug kommen Gemeinde, Zweitwohnungseigentümer und Hotellerie über Pauschalabgaben für die Finanzierung des Sportbahn-Angebots auf. Die Gemeindebehörden, die Tourismusorganisation Visit Vals und eine Mehrheit der Hoteliers favorisieren dieses Modell.

 

Für die Zweitheimischen bedeutet dies laut Ruef: eine Verdoppelung der Liegenschaftssteuer, eine Vervierfachung der Pauschalkurtaxe. Bezahlen Ferienwohnungsbesitzer in Vals heute jährlich 120 Franken pro Bett, sollen es bei Modell 1 künftig 500 Franken sein. «Das ist nicht verhältnismässig», moniert Ruef im Namen zahlreicher Valser Zweitwohnungseigentümer. Insgesamt sind der IG etwa 100 Mitglieder angeschlossen, bei geschätzten 400 Zweitwohnungen.

 

«Vertreibt Zweitheimische»

Beim «All included»-Modell handelt es sich um eines von insgesamt vier Finanzierungskonzepten, über welche die Gemeinde kürzlich an einer Informationsveranstaltung orientierte. Das zweite Modell sieht vor, dass nur die Gondelbahn inkludiert wäre und das Skifahren deutlich günstiger angeboten werden könnte als heute.

Bei der dritten Option wären lediglich die jährlichen Defizite der SBV über solidarische Beiträge gedeckt, bei der vierten gäbe es eine Mischform der Modelle 1 und 2.

Der IG-Vorstand spricht sich gemäss dem Präsidenten für Modell 2 aus. Die Zweitheimischen würden mit 250 Franken Pauschalkurtaxe pro Bett zur Kasse gebeten. Ein angemessener Betrag, findet Ruef. «Wir sind bereit, Hand zu bieten, damit die Bergbahn kurzfristig saniert werden kann.

Sie ist zentral für das Dorf.» Doch bei Modell 1 sei der Preis dafür zu hoch. Im Leserbrief schreibt der Andelfinger von einer «Anleitung zur Vertreibung der Zweitwohnungsbesitzer». Und das scheinen keine Worthülsen zu sein: Ruef weiss von einem Eigentümer, der seine Wohnung nicht zuletzt aufgrund der laufenden Diskussionen unlängst verkauft haben soll.

 

Andere meinen: Nulltarif für alle

Es gibt aber auch andere Stimmen von der Zweitwohnungsfront. In einem Leserbrief (Ausgabe vom 1. Juni) äussert sich Beat Schnider jr. positiv zur Option 1. Der Zweitheimische aus Zürich bezeichnet das «All included»-Modell als eine «echte Alternative für Vals».

 

Jeder einzelne Haushalt partizipiere damit direkt oder indirekt an der Rettung der Sportbahnen. «Bezüglich der Zweitwohnungsbesitzer sollte man ehrlich zugestehen, dass mittlerweile in den allermeisten Wintersportdestinationen ein Tourismusbeitrag eingefordert wird», schreibt Schnider jr. Er geht sogar noch weiter: Der Nulltarif fürs Skifahren sollte nicht nur für Übernachtungsgäste und Einheimische, sondern für alle gelten.

 

Noch bis morgen können die Einwohner, Zweitwohner und Hoteliers in Vals über eine Online-Umfrage ihre Meinung und Präferenzen zu den Modellen abgeben. Die IG hat seine Mitglieder via Newsletter mobilisiert. Trotzdem geht Ruef davon aus, dass das Modell 1 das Rennen machen wird.

 

Im Herbst könnte es dann zur Abstimmung kommen. «Ich hoffe, dass die Gemeindebevölkerung trotzdem zwei Vorschläge zur Auswahl erhält. Denn ein Nein kommt sowieso nicht infrage, sonst wird den Bergbahnen der Hahn zugedreht.»

 

Nur Symptombekämpfung?

Ruef regt schliesslich an, dass Vals ein touristisches Gesamtkonzept fehle. Die an der Orientierungsveranstaltung präsentierten Visionen – etwa eine «Kunstzone» am Berg – sind seiner Ansicht nach «weit weg vom Realisierbaren».

 

Er vermisst eine Analyse über die Entwicklung des Valser Tourismus, und basierend auf dieser die Ausgestaltung eines Gesamtkonzeptes für die Zukunft. «Das Dorf sollte besser vermarktet werden. Ich würde ein Tourismusgremium begrüssen. Wir bieten Hand für Kooperationen.»

 

Gemeindepräsident Stefan Schmid war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

 

 Samstag, 9. Juni 2018 / Quelle: Südostschweiz

 

 



 

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